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Neuer Blockchain-Demonstrator im Kompetenzzentrum eStandards

Blockchain Demonstrator

Die Blockchain-Technologie, vor allem ihr Einsatz in Bezug auf Kryptowährungen und Non-Fungible-Tokens, wird viel diskutiert. Diese Hype-Themen sind jedoch nicht annähernd alles, was die Blockchain zu bieten hat. Vor allem in Logistik- und Finanzprojekten findet sie bereits in der Geschäftswelt ihren Einsatz. Auch mittelständische Unternehmen können von den Eigenschaften der Blockchain profitieren.

Der Demonstrator des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums eStandards soll nun die Einsatzgebiete und Potenziale der Blockchain-Technologie in Verbindung mit Standards entlang der Supply-Chain konkret aufzeigen.

Das Szenario ist dabei folgendes: Stellen Sie sich vor, Sie benötigen für ein Projekt eine größere Maschine, wie zum Beispiel einen Kippanhänger, einen Bagger oder einen Gabelstapler. Wenn die Geräte nur für spezielle Projekte oder Zeiträume benötigt werden, wäre ein Kauf nicht wirtschaftlich. Deshalb gibt es schon seit vielen Jahren Firmen, die sich auf einen Baumaschinen-Verleih spezialisiert haben.

Szenario aus der Praxis

Zur praxisnahen Demonstration haben wir die fiktive Firma „SmartChain Leasing GmbH“ für die Vermietung bzw. das Leasing von Maschinen und Fahrzeugen gegründet. Kunden leihen sich Maschinen aus, die sie vorübergehend benötigen.

Um für höchstmögliche Transparenz zu sorgen, werden jegliche Transaktionen in eine Blockchain geschrieben, in einem einheitlichen, standardisierten Format. Das beginnt bereits bei der Herstellung der Maschinen, geht über ihre Auslieferung bis zu Reparaturen und Wartungen.

Die Blockchain sorgt für Transparenz, da alle Ereignisse entlang der gesamten Wertschöpfungskette erfasst werden. Durch die dezentrale Plattform ist der Kontrollaufwand für die einzelnen beteiligten Betriebe gering – jeder Partner hat Zugang zur Plattform. Alle Einträge können nachverfolgt werden. Der bürokratische Aufwand wird verringert.

Dank Standards wird Blockchain „bedienerfreundlich“

Daten in der Blockchain können nicht manipuliert oder gelöscht werden, was eine lückenlose und fälschungssichere Rückverfolgbarkeit der vermieteten Güter garantiert. Die Geschäftspartner können über eine Website jederzeit und sicher überprüfen, in welchem Zustand die Maschinen sind und ob Wartungen sowie Reparaturen ordnungsgemäß durchgeführt wurden. Dies verlängert die Lebensdauer der Geräte und trägt zu mehr Nachhaltigkeit bei. Zudem entfällt der Aufwand für die Bestätigung der Echtheit von Zertifikaten und Belegen. Letztlich werden die Transparenz und Sicherheit gesteigert.

Um Herstellung, Verleih, Wartung und Reparatur in einer einheitlichen Form dokumentieren zu können, wird ein Standard verwendet, der Electronic Product Code Information Service, kurz EPCIS. Er spezifiziert Schnittstellen zur Erfassung und Abfrage von Ereignissen.

Mit Hilfe von AutoID-Technologien (Barcode oder RFID) lässt sich dabei ohne manuelle Interaktion erfassen, wann und wo sich welches Objekt befindet. Die Basis dafür ist der Electronic Product Code (EPC), der zur individuellen Identifikation von Objekten, wie zum Beispiel Waren, Anlagegütern usw. dient.

Die exakte Warenfluss-Dokumentation und Überwachung erfolgt dann mit EPCIS, wobei vier Informationen dokumentiert werden:

  • WAS = welches Objekt?
  • WANN = zu welcher Zeit?
  • WO = an welchem Ort?
  • WARUM = in welchem Geschäftskontext?

Diese Informationen werden gesammelt und für jeden Schritt innerhalb des Lebenszyklus einer Maschine in die Blockchain geschrieben.

Der Blockchain-Demonstrator verdeutlicht, dass erst eine Standardisierung der EPCIS-Ereignisse die Rückverfolgbarkeit einzelner Aktionen erleichtert und vergleichbar macht.


Autorin: Theresa Taller

Copyright:  Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum eStandards

 

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