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Projektsteckbrief migori - verpackungsfrei einkaufen

Entwicklung eines Konzepts zur Nutzung von eStandards zur digitalen Kundenkommunikation

 

Herausforderung für migori

migori – verpackungsfrei einkaufen (im Folgenden kurz migori) ist ein Geschäft für Haushaltswaren und Lebensmittel, das – wie der Name schon verrät – sich auf den Verkauf von verpackungsfreien Produkten spezialisiert hat. Das Unternehmen wurde 2017 gegründet und verfügt zurzeit über ein Ladenlokal in der Kölner Südstadt. Der Name migori ist eine Wortschöpfung aus dem japanischen midori (= grün) und Gorilla. Abgesehen von dem Alleinstellungsmerkmal „verpackungsfrei“, besteht das Sortiment zu einem Großteil aus Bioprodukten aus der Region um Köln. Der Vertrieb läuft zurzeit ausschließlich über den Verkauf in der Filiale. Eine Internetpräsenz besteht in Form einer Webseite zum Marketing und zur Information der Kunden über die Vielfalt des Sortiments, nicht aber als Online-Shop.

Durch den Verkauf der Produkte ohne Verpackung entfällt die Möglichkeit, die Verpackung als Informationsträger zu nutzen. Dies führt zu Nachteilen an unterschiedlichen Stellen der Wertschöpfungskette:

  1. Im Markt hat der Verbraucher nicht die Möglichkeit, über die Verpackung Informationen zum Produkt zu bekommen. Informationen wie z. B. zu Inhaltsstoffen, Herstellungsort, Mindesthaltbarkeit, Nährwerte etc. sind für den Kunden somit nicht direkt erhältlich. Zudem sind viele Kunden mit dem Konzept des unverpackten Einkaufens nicht vertraut. Verschiedene Produkte sind bei migori in einer anderen Form erhältlich als im herkömmlichen Supermarkt. Ein Beispiel ist die Zahnpasta. migori verkauft unverpackte Zahnpasta in Form von Tabletten, die sich im Mund zu Zahnpasta auflösen. Für potenziellen Kunden ist dieses Produkt unbekannt und aufgrund mangelnder Produktinformationen würden diese evtl. vom Kauf absehen. Abgesehen vom unterlassenen Kauf führt der Mangel an Verpackung zu häufigen Rückfragen beim Ladenpersonal, da verschiedene Produkte beratungsintensiv sind, was zu Kapazitätsengpässen führen kann.
     
  2. Die Lagerung und Nutzung der unverpackten Produkte stellen den Konsumenten ebenfalls vor Herausforderungen. Durch die fehlende Verpackung als Informationsträger hat der Kunde nicht die Möglichkeit, direkt am Produkt relevante Informationen zu diesem zu bekommen. Informationen, die ihm beim Kauf mündlich mitgeteilt wurden, z. B. zur Haltbarkeit oder zur optimalen Lagerung, hat er sich vielleicht nicht gemerkt und kann nicht schnell hierauf zurückgreifen. Dies kann dazu führen, dass der Kunde mittelfristig mit dem Konzept des unverpackten Einkaufens unzufrieden wird und in Zukunft davon absieht. Oder es kann passieren, dass aus Unwissenheit die Produkte nicht optimal gelagert werden und so z. B. Lebensmittelabfälle entstehen.

Ziel von migori

Ziel des Projekts von migori mit dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum eStandards ist die Entwicklung eines Konzepts, wie man Produktinformationen auf einem digitalen Weg, unterstützt durch eStandards, für den Kunden bereitstellen kann, sowohl im Markt als auch dort, wo das Produkt konsumiert wird.

Lösungsansatz von migori

Es sollen QR-Codes zum Einsatz kommen, über deren Scan der Kunde zu Informationen zum Produkt gelangt. Diese QR-Codes können im Markt an oder neben dem Produkt angebracht werden. Zudem könnten sie auch für den Kunden zur Mitnahme ausgelegt werden. Hier bietet sich ggf. auch die Möglichkeit, die QR-Codes als Sticker auszulegen, die auf das jeweilige Gefäß, in dem das Produkt transportiert oder gelagert wird, geklebt werden können. Somit hat der Kunde jederzeit und ortsunabhängig Zugang zu den Produktinformationen.

Als Teil des Projekts muss in einem ersten Schritt identifiziert werden, welche Möglichkeiten der QR-Code für diesen spezifischen Fall bietet und welche (technischen) Anforderungen sich hieraus für migori ergeben. In einem zweiten Schritt soll Verständnis geschaffen werden, welche Art der Informationen relevant sind und wie diese optimal aufbereitet werden können: aus Sicht des Kunden, des Verkäufers als auch aus ökologisch-sozialen Aspekten.

Zitat des Pilotunternehmens migori

„Bei migori geht es um Nachhaltigkeit und Umweltschutz durch die Vermeidung unnötigen Plastikmülls. Unverpackt einkaufen macht außerdem viel mehr Spaß als die gewöhnliche Einkaufstour im Supermarkt. Unsere Kunden sollen aber aufgrund der fehlenden Verpackung nicht auf ergänzende Produktinformationen wie Haltbarkeits- und Nährwertangaben verzichten müssen. Gemeinsam mit dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum eStandards möchten wir eine digitale und nachhaltige Lösung dafür erarbeiten.“ Filiz Gencer, Inhaberin

Laufzeit des Projekts mit migori

Q1/2019 – Q2/2019

 

Bildquelle: Solenne Stadelmann (migori)