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Digitales Workshopdesign: Kollaborative Entwicklung eines Musikmarktplatzes

Das miro-Board, das während der Workshops entstanden ist, dient als Arbeits- und Dokumentationsfläche.

Im Praxisprojekt mit dem Hamburger Konservatorium (kurz KON) setzt das Kompetenzzentrum eStandards auf digitale Workshops mit unterstützenden Tools. Lesen Sie im folgenden Blogbeitrag mehr über die Anwendung und Vorteile von Online-Whiteboards in der remoten Zusammenarbeit.

Fast 420 Kilometer liegen zwischen dem Hamburger Konservatorium und dem Team des Coworking-Spaces Sankt Augustin, einem der Standorte des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums eStandards. Eine Strecke, die eigentlich keine Hürde ist, in Zeiten einer globalen Pandemie aber dennoch für Probleme sorgt. COVID-19 hat das öffentliche Leben und den unternehmerischen Alltag stark verändert. Teams sitzen im Homeoffice, Geschäftsreisen sind zu vermeiden.

Wie gemeinsame, praxisnahe Projekte mit einer interdisziplinären Arbeitsgruppe dennoch von Zuhause aus funktionieren können, zeigt das Praxisprojekt des Kompetenzzentrums eStandards mit dem Hamburger Konservatorium. Das Hamburger Konservatorium (KON) ist eine der größten privaten Musikausbildungsstätten in Deutschland und umfasst die Bereiche Akademie (Musikstudium) und Musikschule. Zudem bietet das Konservatorium Veranstaltungen sowie Konzerte an und betreibt an drei Standorten in Hamburg musikalische und akademische Weiterbildung für Musik und Kultur. Während der Corona-Pandemie hat das Hamburger Konservatorium verstärkt auf digitale Angebote gesetzt, um den persönlichen Austausch zwischen Schüler:innen und Lehrer:innen sicherzustellen. Dieses Leistungsspektrum soll in Zukunft durch einen plattformbasierten Musikmarktplatz ergänzt werden.

Die Konzeption dieser Plattform stand im Mittelpunkt des Praxisprojekts. Drei Expert:innen des Kompetenzzentrums unterstützten das vierköpfige Hamburger Projektteam im Rahmen von drei Workshops dabei, ihre Ideen und Anforderungen an den digitalen Musikmarktplatz zu strukturieren und hinsichtlich der benötigten Standards und Systemschnittstellen zu konkretisieren. Im Zentrum der Workshops stand ein menschzentrierter Ansatz, mit dem sichergestellt werden sollte, dass die Bedürfnisse der Nutzer:innen bereits in der Konzeptphase berücksichtigt werden.

Online-Whiteboards: Effektive Werkzeuge mit vielen Funktionen

Auf technischer Ebene spielte das interaktive Kollaborationstool „Miro“ die Hauptrolle. Miro lässt sich als grenzenloses Whiteboard beschreiben, das mit unterschiedlichen Werkzeugen bearbeitet und gefüllt werden kann. Textflächen, Post-its, Pfeile, Zeichnungen und Kommentare helfen dabei, Gedanken, Ziele und Pläne auf (digitalem) Papier zu sammeln. Dies erfolgt kollaborativ und zeitgleich mit mehreren Teammitgliedern. Miro dient also der Visualisierung und Strukturierung von Ideen und Konzepten. Ein Ansatz, der auch für das Praxisprojekt zentral war. Weitere Anbieter digitaler Whiteboards sind Mural, Lucidspark oder Microsoft Whiteboard.

Während der drei Workshops wurde mithilfe von Design Thinking ein methodischer Dreischritt vollzogen: Sammeln, Sortieren, Priorisieren. Zunächst wurden User Stories formuliert, die verschiedene Nutzungsszenarien beschreiben sollten. Dann wurden diese Beschreibungen in ausführliche Use Cases übertragen und anschließend hinsichtlich ihrer Bedeutung für das Gesamtprojekt geordnet. In einem letzten Schritt wurden die Use Cases in eine Systemarchitektur übertragen, um wichtige technische Schnittstellen zu identifizieren. Dabei wurde jeder Projektschritt vor dem eigentlichen Workshop vom Team des Konservatoriums vorbereitet und die Ergebnisse auf Miro festgehalten. Die Notizen wurden während der Workshops dann mithilfe der Expert:innen des Kompetenzzentrums strukturiert und Entscheidungen bezüglich der Bedeutung der einzelnen Funktionskomponenten der Plattform getroffen. Die Visualisierung über Miro erleichterte es allen Beteiligten, einen Überblick über die unterschiedlichen Bausteine zu behalten sowie den Umfang des Projektes nicht aus den Augen zu verlieren.

„Das Praxisprojekt zeigt eindrücklich, welche Vorteile sich durch einen methodischen, strukturierten und menschzentrierten Konzeptionsansatz bieten. In der Konzeptionsphase verliert man schnell den Überblick über die Vielzahl von Anforderungen, die sowohl man selbst als auch Nutzer:innen an digitale Plattformen stellen. Ein einfaches und leistungsstarkes Visualisierungstool wie Miro hilft hier, zielgerichtet vorzugehen“, erklärt Constanze Ritzmann, die das Projekt als UX-Spezialistin des Kompetenzzentrums begleitet hat.

Das Praxisprojekt hat letztlich nicht nur dem Team des Hamburger Konservatoriums dabei geholfen, eine klare Zieldefinition und ein ausgearbeitetes Konzept für seine Plattform zu entwickeln, sondern brachte ebenfalls einen strukturierten Leitfaden für Digitalprojekte hervor, der über Miro auch in Zukunft noch angewandt werden kann.


Autorin: Laura Meredig, Fraunhofer FIT, Öffentlichkeitsarbeit und Wissenschaftskommunikation

Copyright: Fraunhofer FIT

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