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LEI

Finanzakteure bei Transaktionen eindeutig identifizieren

 

Was ist der LEI?

Der Legal Entity Identifier, kurz LEI oder LEI-Code, ist eine 20-stellige Nummer, die gemäß ISO 17442 einem einzelnen Rechtsträger zugeordnet ist und damit Teilnehmer am Finanzmarkt eindeutig identifiziert. Als anerkanntes, einheitliches und globales System verfolgt der LEI ein Ziel: mehr Sicherheit und Transparenz für alle Beteiligten.

Warum gibt es den LEI?

Die individuelle LEI Nummer ist eine direkte Antwort auf die Ursachen, die zur weltweiten Finanzkrise geführt haben und verknüpft erstmals als anerkanntes Identifikationssystem Parteien in Finanzgeschäften (z.B. juristische Personen oder Investmentfonds). Unabhängig von Land, Regierung oder Staatsform.

Für wen ist der LEI verpflichtend?

Alle Unternehmen, die am Derivatehandel teilnehmen, und dies nach Artikel 9 EMIR (European Market Infrastructure Regulation) seit dem 12.02.2014 an ein Transaktionsregister melden müssen, müssen sich mit einem LEI ausweisen (www.bafin.de)

Das sind:

  • Banken bzw. Kreditinstitute
  • Investmentfonds
  • Versicherungsunternehmen
  • Wertpapierdienstleistungsunternehmen

Auch ist der LEI für exportorientierte Unternehmen interessant sowie für andere Unternehmen, der realen Wirtschaft, die Derivatekontrakte abschließen.

Und wer benötigt einen LEI?

Ein LEI kann für alle beteiligten Parteien einer Finanztransaktion beantragt werden, insbesondere, aber nicht ausschließlich:

  • eingetragene Unternehmen inklusive eingetragener Tochtergesellschaften
  • Stiftungen und Fonds
  • Gemeinnützige und Non-profit-Organisationen
  • öffentliche Einrichtungen und Behörden
  • Einzelunternehmer mit Eintrag in ihrem lokalen Register
  • Zweigniederlassungen (die Hauptniederlassung muss bereits einen LEI haben)

Ein LEI sollte NICHT für Einzelpersonen beantragt werden. Auch Unternehmensbereiche benötigen keinen eigenen LEI; hierfür kann der LEI der Mutterorganisation verwendet werden.

Für manche Unternehmen ist der Legal Entity Identifier nicht freiwillig, sondern durch lokale, nationale oder internationale Regelungen vorgeschrieben. Weitere Informationen zu Vorschriften, die einen LEI erfordern, finden Sie unter https://www.gleif.org/en/about-lei/regulatory-use-of-the-lei

Wie ist der LEI aufgebaut?

Ähnlich wie bei IBAN (International Bank Account Number) oder BIC (Business Identifier Code) ist der LEI Code nach einem ISO-Standard aufgebaut. So handelt es sich beim LEI Code Format um den 20-stelligen alphanumerischen ISO 17442:2012:

LEI-Code: 1234 | 56 | 789101112131415161718 | 1920

1234:   Präfix mit vier Zeichen für die LEI-Vergabestelle (LOU = Local Operating Unit*)
56:       zweistellige Trennung, vorläufig reserviert
789101112131415161718: zwölfstellige Identifikation des Rechtsträgers
1920:   zweistellige Prüfsumme

Der Aufbau des LEI ist in folgender Grafik ersichtlich:


Wer vergibt den LEI?

Legal Entity Identifier werden durch Local Operation Units (LOUs) vergeben, die von der Global Legal Entity Identifier Foundation (GLEIF) für die Erstellung, Zuweisung und Verwaltung von LEI / LEI-Codes akkreditiert sind.

Welche Daten werden im LEI gespeichert?

Diese Referenzdaten werden in der GLEIF-Datenbank öffentlich zugänglich gemacht:

  • Offizieller Name der Legal Entity oder des Fondsmanagers
  • Register-Name und Register-Nummer
  • Rechtsform des Unternehmens
  • Juristischer Sitz der Hauptverwaltung oder des Fondsmanagers
  • ISO-Ländercode (z.B. DE)
  • Datum der LEI Erstvergabe
  • Datum der letzten Änderung der gespeicherten Informationen
  • Fälligkeit der nächsten LEI Verlängerung

Sie möchten mehr über den LEI erfahren?

Wir vom Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum eStandards in Köln vermitteln ihnen gerne den gewünschten Kontakt zu einem LEI-Experten.