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Vilua Healthcare GmbH: Intelligentes Medikationscoaching durch KI-basierte Chatbots

Herausforderung: Arzneimittelberatung – effizient, digital und individuell

Für unser, insbesondere derzeit überlastetes, Gesundheitssystem bedeutet der Trend zum selbstverantwortlichen Patienten eine willkommene Erleichterung. Die Vilua Healthcare GmbH setzt genau an diesem Punkt an: Das Unternehmen entwickelt datenbasierte und nutzerzentrierte Lösungen für die Gesunderhaltungswirtschaft. Zum Angebot gehören Services für betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM), Gesundheitscoaching, Gesundheitsapps sowie Arzt- und Patienten-Support.

Wichtige Fragen im Gesundheitsalltag sind dabei häufig, welche Medikamente wie wirken und welchen Einfluss die Einnahme zusätzlicher weiterer Medikamente auf die Wirkungsweise haben kann. Im Medikationscoaching der Vilua Healthcare GmbH werden Versicherte unter anderem zu Wirkungsweise, Einnahmeformen, Häufigkeit der Einnahme, Wechselwirkungen und Kontraindikationen ihrer Arzneimittel beraten. Ziel des Coachings ist die Steigerung der Arzneimittel-Adhärenz, das heißt der Übereinstimmung der Einnahmeempfehlung von Ärzten und der tatsächlichen Einnahme durch die Patienten. Aktuell findet die Beratung im persönlichen Telefongespräch nach vorheriger Datenanalyse statt.

Diese Vorgehensweise geht mit Vor- und Nachteilen einher:

Die Vorteile:

  • Der persönliche Kontakt fördert die Vertrauensbeziehung zwischen Coach und Versichertem.
  • Durch die Terminvereinbarung ist eine gezielte Vorbereitung der Gespräche möglich.
  • Im persönlichen Gespräch können auch Themen behandelt werden, die nur teilweise mit Arzneimitteln zu tun haben, aber zum Erfolg beitragen (Lebensumstände, Gesunderhaltungstipps, etc.)

Die Nachteile:

  • Das persönliche Coaching ist relativ kostenintensiv.
  • Das Coaching ist an die Arbeitszeiten der Mitarbeiter und die Erreichbarkeit des Versicherten/Patienten gebunden.
  • Die Verschriftlichung der Hinweise ist umständlich und schafft einen zusätzlichen Aufwand.

Änderungen der Arzneimittelverordnung und des Lebensstils sind händisch zu dokumentieren und für eine strukturierte, gesicherte Auswertung somit nur schwer zugänglich.

Ziel: Vorteile digital übersetzen, Nachteile reduzieren

Mit dem Mittelstand 4.0-Kompetenzentrum eStandards sollen gemeinsam digitale Methoden gefunden werden, die die Vorteile des analogen Coachings in eine digitale Medikations-App übertragen und die beschriebenen Nachteile kompensieren.

Lösung: Sprach- und Bildererkennung sowie Entscheidungsunterstützung durch Künstliche Intelligenz

Zur Lösung der beschriebenen Herausforderungen bietet sich der Einsatz eines digitalen Assistenten mit einem Chatbot an. Denn: Im Vergleich, zum Beispiel zu einem digitalen Konfigurator, ist der Einsatz eines Chatbots persönlicher und Nutzungsbarrieren werden reduziert. Zudem können zeitaufwändige analoge Prozesse, wie etwa die Medikamentenanamnese, schneller, präziser und kostengünstiger durchgeführt werden. Zusätzlich kann ein Chatbot Nutzern rund um die Uhr Antworten liefern und nach Bedarf um mehrere Sprachen erweitert werden. Zudem erhält der Nutzer einen Überblick über seinen Medikationsplan, Informationen zur Erkrankung und Medikationen, Empfehlungen zur Steigerung seiner Adhärenz und er wird über eine Benachrichtigungsfunktion an seine Einnahmen erinnert.

Um die Akzeptanz bei den Usern zu erhöhen, sollen ein Nutzer-Interface und ein Backend erstellt werden, welche einem interessierten Nutzer die Vorteile eines Chatbot gestützten Medikationscoachings demonstrieren sollen. Hierbei wird anhand von Personas ein Medikationscoaching vorgeführt.

Der Einsatz von künstlicher Intelligenz soll dabei an drei Stellen evaluiert werden:

  1. bei der Texteingabe durch den Nutzer bzw. bei der Auswahl von Personas (Texterkennung)
  2. bei der bildhaften Erkennung von Medikamentenverpackungen während der Bedienung des Medikationsbots (Bilderkennung)
  3. bei der Vergabe von (Lifestyle-)Empfehlungen an den Nutzer und beim Aufzeigen möglicher Kontraindikationen (Entscheidungsunterstützung)

Die hier eingesetzte Entscheidungsunterstützung simuliert die Vilua KI zum digitalen Medikationscoaching, die sich derzeit in Entwicklung befindet. Darin werden final mehrere interagierende Modelle Patienten selektieren, den optimalen Ansprachezeitpunkt und Kanal sowie die Adhärenzentwicklung prognostizieren und Empfehlungen zur Steigerung der Adhärenz und Patientenwohlbefinden ausspielen.

Bei der Programmierung der Anwendung sollen gleich mehrere Standards eingesetzt werden:

  • die Pharmazentralnummer (PZN), eine in Deutschland bundeseinheitliche Identifikationsnummer zur eindeutigen Identifikation von Arzneimitteln, Hilfsmitteln und anderen Apothekenprodukten,
  • der Datenträger Barcode,
  • das Datenformat JSON bzw. XML, ein Transaktionsstandard für den elektronischen Datenaustausch,
  • das Übertragungsprotokoll HTTP (Hypertext Transfer Protocol),
  • und die grafische Spezifikationssprache BPMN (Business Process Model and Notation), ein Standard zur Modellierung und Analyse von Geschäftsprozessen.

Zitat Dr. Jana Hapfelmeier, Vilua Healthcare GmbH:  

„Uns ist klar, dass auch Künstliche Intelligenz ein persönliches Gespräch nicht hundertprozentig ersetzen kann. Das soll sie auch nicht. Gemeinsam mit dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum eStandards entwickeln wir einen digitalen Assistenten, der das Beste aus zwei Welten vereint. Er ermöglicht dem Nutzer einerseits persönliche und personalisierte Kommunikation und macht sich andererseits dafür modernste Technologie in Form von Künstlicher Intelligenz zunutze. Unsere Lösung bietet den Versicherten eine umfassende Unterstützung in den Fragen der Medikation“

 

Projektlaufzeit: Q4 2020 – Q2 2021

Mitarbeiter: 144

URL: www.vilua.de

Bildquelle: Bild: Dr. rer. nat. Jana Hapfelmeier, CSO Vilua Healthcare

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