Logo Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum eStandards

Innovatives Servicedesign mit SAY Carbon

Herausforderung: Besondere Produkte erfordern besondere Services

Die SAY GmbH baut innovative Sportboote mit einer Carbon-Struktur. Als „Pioneers of Lightness" legen die Mitarbeiter:innen von SAY einen besonderen Wert auf die Leichtigkeit ihrer Yachten. Durch den Einsatz von Carbonfasern, die zu ca. 97 Prozent aus Kohlenstoffatomen bestehen, sind die Yachten agiler, kraftstoffsparender und langlebiger, als es bisher für diese Bootsklasse möglich war. In den luxuriösen Sportbooten sind eine Vielzahl von Sensoren in unterschiedlichen Systemen, wie zum Beispiel GPS, Echolot, Radar, Autopilot und Gyroskop, verbaut.

Zukünftig möchte das Allgäuer Unternehmen nicht nur ein Keyless-Entry-System entwerfen, das über die Gesichts- oder Fingerabdruckerkennung des Smartphones den Zugang zum und Start des Bootes ermöglicht. Zur Digitalisierungsstrategie gehört außerdem der Aufbau eines zentralen Daten-Pools für das Boot und die Entwicklung einer Plattform, die den Bootsbesitzer:innen als zusätzliche Service-Leistung zur Verfügung gestellt wird.

Gemeinsam mit dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum eStandards möchte die SAY GmbH herausfinden, welche Funktionen die Plattform bereitstellen muss, um perfekt auf die Bedürfnisse der Kund:innen zugeschnitten zu sein. Geplant ist eine umfangreiche Anforderungsanalyse, die als Basis für die Entwicklung der Plattform dient. Bei der technischen Umsetzung der App wird dies SAY GmbH durch das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Siegen unterstützt.

Zielsetzung: Eine App für Sportbootsfans

Während des Projekts möchte das Kompetenzzentrum eStandards mithilfe von Standards die konzeptionellen Voraussetzungen schaffen, um die verschiedenen Bootssysteme und deren Sensorinformationen zuverlässig und erweiterbar in Form einer App mit einem zentralen Daten-Pool zusammenzuführen. Diese soll sowohl den Kund:innen der SAY als auch dem Unternehmen bereitgestellt werden. Mögliche Funktionen der App sind zum Beispiel ein Überblick über die gefahrene Route, ein Diebstahlschutz oder die Anzeige von Fehlermeldungen.

Durch die Heterogenität der Bootssysteme und -komponenten erscheint der Einsatz von Standards sowohl bei den Datenaustauschformaten als auch den Systemschnittstellen lohnend. Dabei soll der Zugriff auf die Informationen einfach nutzbar und ausbaufähig sein, damit die Erweiterung der mobilen App auf Basis zukünftiger Nutzungsanforderungen sichergestellt ist. Neben EDI-Standards (Elektronischer Datenaustausch) ist der Einsatz folgender Standards geplant: ISO 9241-11 (Gebrauchstauglichkeit von Anwendungen und Software), ISO/IEC 42010 (Dokumentation von Systemdesign), ISO/IEC 19505 (UML, Dokumentation von Softwarearchitektur) und ISO/IEC 19510:2013 (Modellierung von Geschäftsprozessen).

Lösungsansatz: Nutzungsanforderungen erkennen

Um das Konzept einer App für Sportboote realisieren zu können, möchte das Kompetenzzentrum eStandards zunächst in einem nutzungszentrierten Prozess die Anforderungen der SAY GmbH und der Systeme, die auf der Plattform vernetzt werden sollen, erheben. Dazu sind drei Workshops mit den Mitarbeitenden der SAY geplant. Im ersten Workshop wird mithilfe einer Stakeholder Map festgelegt, auf wessen Bedürfnisse die App abgestimmt werden soll. Dabei entsteht eine konkrete Nutzer:innengruppe, deren Anforderungen im zweiten Workshop durch sogenannte User Stories definiert werden. Bei User Stories handelt es sich um kurze, aussagekräftige Statements, die die Wünsche der Nutzer:innen widerspiegeln: „Als Bootseigner möchte ich Freunden und Familie den Zugang zum Boot remote freigeben können." Die User Storys werden daraufhin nach Nutzen und Aufwand geordnet. Im dritten Workshop wird es dann schon technischer. Es gilt, die vorhandenen Systeme und Schnittstellen der Boote zu analysieren und darauf aufbauend die Systemarchitektur der App und des Daten-Pools zu erarbeiten.

Am Ende des Projekts mit dem Kompetenzzentrum eStandards stehen der SAY GmbH sowohl Empfehlungen zur Nutzung von Standards zur Verfügung, als auch die konzeptionelle Grundlage zur Realisierung der Sportboot-App. Zudem wird während der Workshops exemplarisch aufgezeigt, wie standardisierte Schnittstellen und Datenmodelle eine effiziente App-Entwicklung unterstützen können. Abschließend werden die Erkenntnisse der Anforderungsanalyse an die Kolleg:innen aus Siegen übergeben.

Das Praxisprojekt mit der SAY GmbH ist ein Beispiel dafür, dass Innovationen nicht nur in den Bereichen der Rohstoffauswahl oder des Produkt-Designs möglich sind, sondern auch in der Entwicklung neuer Service-Leistungen.

Zitat Karl Wagner, Geschäftsführer SAY GmbH:

„Wir möchten unseren Kund:innen die innovativsten Produkte bieten. Dabei denken wir über die reine Ebene von Materialität und Technologie hinaus und sehen die Potenziale von Online-Angeboten, die das Produkterlebnis erweitern können. Daher erhoffen wir uns vom Praxisprojekt mit dem Kompetenzzentrum eStandards und der damit einhergehenden Konzeptionierung einer Plattform für eine Sportboot-App, unser Geschäftsmodell um datengetriebene Produktkomponenten zu erweitern und unseren Kunden so einen klaren Mehrwert in Form einer digitalen Lösung zu bieten.“

Zeitplan: 

Januar 2022–April 2022

Copyright: SAY GmbH

Newsletter-Icon Kontakt-Icon
Lupen-Symbol

Kontakt:
geschaeftsstelle@kompetenzzentrum-estandards.digital
Tel.: +49 221 94714-505
Fax: +49 221 94714-7505

Logo Mittelstand Digital Logo BMWi