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Innovationsmanagement 4.0: mit KI, Datenrobotern & Co. Standardprozesse der Markterschließung unterstützen

Herausforderung: standardisierte Beschaffung und Interpretation von Trend- und Marktdaten

Sowohl etablierte mittelständische Betriebe in Innovationsprozessen als auch technologieorientierte Jungunternehmen durchlaufen Phasen, in denen sie Trend- und Marktdaten als Entscheidungsgrundlage brauchen. Die Beschaffung, Nutzung und Interpretation solcher Daten können mit digitalen Technologien, die Künstliche Intelligenz, Daten-Roboter oder Recherchewerkzeuge umfassen, unterstützt werden – diese werden von mittelständischen Unternehmen jedoch eher selten genutzt.

Dabei wäre es lohnenswert, sich mit solchen Werkzeugen für ein strategisches Innovationsmanagement auszurüsten, zumal wenn diese Tools kurzfristig und unkompliziert einsetzbar sind. Standardisierungswerkzeuge für das Innovationsmanagement sind hier als digitale Systeme definiert, die strukturierte und unstrukturierte Daten aus frei zugänglichen Datenbanken außerhalb des Unternehmens sammeln. Die Beschaffung der Daten sowie deren Auswertung kann automatisiert ablaufen; durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) entscheiden die Systeme eigenständig, ob und wie Datenbeschaffung und Auswertung verändert werden sollen.

Ein solcherart standardisiertes Innovationsmanagement entspricht nicht zuletzt den Empfehlungen der neuen DIN EN ISO 56000, die im Sommer 2021 veröffentlicht werden wird.

Zielsetzung: Unternehmen testen Tools, Methoden und Prozesse

In diesem Verbund-Praxisprojekt testen Unternehmen diese digitalen Tools, um bereits vorhandene Innovationsimpulse zu unterstützen und zu stärken. Es werden bis zu 20 Pilotprojekte umgesetzt, davon zwei bis drei Intensivprojekte mit Unternehmen aus der Zirkulären Wertschöpfung. Es sollen verschiedene Lösungsansätze in den Bereichen Tools, Methoden und Prozesse getestet werden. Neben den Intensivprojekten, die strategische und operative Elemente über einen längeren Betreuungszeitraum umfassen, werden Pilotprojekte umgesetzt, die eher darauf ausgerichtet sind, Unternehmen einen Anstoß zu geben, sich strategisch und standardisiert mit der Nutzung solcher Werkzeuge zu beschäftigen.

Lösungsansatz: für jedes Ziel das passende digitale Werkzeug

Im Projekt werden über Veranstaltungen und Veröffentlichungen Unternehmen für die aktive Mitarbeit gewonnen. Als Zielgruppe lassen sich abhängig von der Marktsituation drei Typen von Mittelständlern unterscheiden:

Unternehmen, die

  1. ... eine Innovation planen und auf der Suche nach digitalen Tools sind, um Trendmärkte zu identifizieren und automatisiert zu beobachten. Die Leitfrage ist hier: Wie erkenne ich heute, welche neuen Produkte und Lösungen in zwei bis fünf Jahren wesentliche Umsatzträger sind?
  2. ... sich in einer Prototypenphase befinden und mit Hilfe von digitalen Werkzeugen das Technologiefeld, Wettbewerber und Potenzialmärkte beobachten wollen.
  3. ... sich vor der Markteinführungsphase befinden und alles über aktuelle Bewegungen von Potenzialkunden wissen wollen und dafür digitale Monitoring-Roboter einsetzen. Leitfrage: Wie erkenne ich heute, welche Aufgabensituationen bei Potenzialkunden dazu führen, dass sie in 9 bis 15 Monaten bei mir kaufen?

In den Projekten werden entlang der Innovationspipeline drei verschiedene digitale Werkzeugtypen ausprobiert:

  1. Systeme, die der Trend- und Chancen-Früherkennung dienen (linke Seite der Innovationspipeline)
  2. Systeme, die dem Innovationsvertrieb dienen (rechte Seite der Innovationspipeline)
  3. Systeme, die das Management der gesamten Innovationspipeline und der Prozesse in den

Vordergrund stellen (linke und rechte Seite der Innovationspipeline)

Zitat Prof. Peter Vieregge, Fachreferent Big Data im Kompetenzzentrum eStandards:

„Die neue Norm DIN EN ISO 56000 Innovationsmanagement kann für diese Aktivitäten eine gute Orientierung bieten. Hier werden Management- und Führungsaspekte wie Innovations- und Kooperationskultur, Innovationsstrategie und Innovationsperformance systematisiert. Im Gegensatz zu vielen andere Normen und Standards beschreibt die ISO 56000 aber keine detaillierten Aktivitäten für Unternehmen, sondern gibt vielmehr eine allgemeine Anleitung. Sie schreibt keine Anforderungen, spezifischen Instrumente oder Methoden für Innovationsaktivitäten vor. In der ISO 56006 „Werkzeuge und Methoden“ geht es auch um digitale Werkzeuge und deren Einsatz für das `Intelligenzmanagement`.“

Projektlaufzeit: Q1/2021–Q2/2022

 

Abbildungen: ©Peter Vieregge

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