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Mit GeriNet fit bis ins hohe Alter: Digitalisierung in der Geriatrie

Herausforderung: Medienbrüche und Digitalisierungspotenziale im Case Management

Mit dem voranschreitenden demografischen Wandel und der zunehmend immer älter werdenden Bevölkerung steigt die Bedeutung des Gebiets der Altersheilkunde, auch Geriatrie genannt. GeriNet ist ein Leipziger Unternehmen, das seinen Fokus auf Gesundheitsdienstleistungen in diesem Bereich gerichtet hat. Eine zentrale Aufgabe des Unternehmens ist die Durchführung des geriatrischen Fallmanagements (engl. Case Managements) mit dem Ziel, Patient:innen so lange wie möglich ein weitestgehend selbständiges Leben im eigenen Zuhause zu ermöglichen.

Dabei arbeitet GeriNet mit Expert:innen aus verschiedenen Berufsgruppen und Versorgungssektoren zusammen und vernetzt die unterschiedlichen Akteurinnen und Akteure der medizinischen, therapeutischen pflegerischen und sozialen Versorgung entlang der gesamten Behandlungskette. Durch einen evidenzbasierten Prozess, in dem die unterschiedlichen Informationssysteme der beteiligten Gesundheitsdienstleister technisch nicht vollständig integriert miteinander kommunizieren, entstehen im Case Management Medienbrüche, die zu Ineffizienzen und hohen personellen Aufwänden führen können. Im initialen Gespräch mit GeriNet wurde zudem deutlich, dass die Digitalisierungspotenziale nicht nur bei der Zusammenarbeit mit den Gesundheitsdienstleistern, sondern auch an den Patient:innenschnittstellen im Case Management noch nicht umfassend ausgeschöpft werden. So könnten Patient:innen beispielsweise über digitale Gesundheits-Apps direkt mit GeriNet in Verbindung treten, Termine buchen oder gar Vitaldaten von Wearables wie Smart Watches übertragen.

Ziel: Prozessoptimierung im Case Management mittels eStandards

Im gemeinsamen Praxisprojekt mit der Offenen Werkstatt Leipzig des Mittelstand 4.0-Komptenzzentrums eStandards sollen daher die Prozesse des geriatrischen Case Managements auf mögliche Optimierungspotenziale untersucht und anschließend konkrete und passgenaue Handlungsempfehlungen für die Digitalisierung des Unternehmens abgeleitet werden. Dabei werden eStandards wie HL7 (Health Level 7), eine Gruppe internationaler Standards für den Austausch von Daten zwischen Organisationen und Informationssystemen im Gesundheitswesen, als Dolmetscher an den Schnittstellen der unterschiedlichen IT-Systeme einbezogen, um Medienbrüche künftig effektiv zu vermeiden.

Lösung: Prozesse analysieren und Digitalisierungspotenziale vorantreiben

In einem gemeinsamen Auftakt-Workshop wird zunächst eine umfangreiche Prozesslandkarte erstellt, um eine Übersicht aller relevanten Prozesse des Case Managements bei GeriNet zu erarbeiten. Diese Übersicht dient als Grundlage für die Eingrenzung der zu betrachtenden Prozesse anhand ihrer Digitalisierungspotenziale. Modelliert werden die Prozesse anschließend durch gemeinsame Prozessinterviews mit der Geschäftsführerin von GeriNet Leipzig, Lysann Kasprick, unter Nutzung der standardisierten Modellierungssprache BPMN 2.0. Die daraus entstehenden Prozessmodelle werden abschließend in einem weiteren Workshop mit Blick auf Medienbrüche sowie Digitalisierungspotenziale analysiert, um konkrete Handlungsempfehlungen für die Digitalisierung des geriatrischen Case Managements abzuleiten.

Zitat Lysann Kasprick, Geschäftsführerin von GeriNet Leipzig:

„Das Fax ist immer noch viel zu oft das Mittel der Wahl im Gesundheitswesen. Wir wollen mit Unterstützung des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums eStandards integrierte Prozessen schaffen und als erste digitalisierte Patientenlotsen in Deutschland ein Beispiel setzen.“

Projektlaufzeit: Q1/2022

Copyright: GeriNet Leipzig

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