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FairCup: Mehrweg to go

Herausforderung: Reibungsloses Pfand- und Rückgabesystem etablieren 

Bei Pfandflaschen ist es ganz normal: Wir kaufen sie lose oder in Kästen und bringen sie zurück in den Laden, wenn sie leer sind. Warum geht das eigentlich nicht auch bei Food-Verpackungen und Kaffeebechern to go fragten sich im August 2016 24 Schüler des Beruflichen Gymnasiums in Göttingen.

Die Aufgabe war, ein Mehrweg-System für unterschiedliche Gebinde, also Becher und Deckel, zu schaffen, das an so vielen Stellen wie möglich abgenommen und auch abgegeben werden kann. Die wohl größte Herausforderung dabei: das Pfand-Clearing und der Becher-Flow, d.h. vor allem die lückenlose Rückverfolgbarkeit der einzelnen Gebinde. 
 

Ziel: lückenlose Rückverfolgung für mehr Nachhaltigkeit 

An dieser Stelle kommt das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum eStandards ins Spiel. Denn die FairCup-Mehrweg-Gebinde müssen, vor allem vor dem Hintergrund der immer größeren Verbreitung, eindeutig nachverfolgbar sein – vom Kauf über die Nutzung bis zur Abgabe, der Reinigung und dem Recycling. Die Idee dahinter: Ich kaufe einen Kaffee im FairCup am Anfang der Fußgängerzone und am Ende kann ich den leeren Becher bei einem anderen FairCup-Partner wieder abgeben. Eine praktische Alternative für umweltbewusste Kaffeetrinker, die sonst ihren eigenen Becher von Zuhause mitnehmen müssten. Gleiches geht im Supermarkt: Ich kaufe meinen Fleischsalat, Salat aus der Selbstbedienungstheke (SB-Theke), Nüsse, Frischkäse oder zum Beispiel Weingummi im FairCup oder in der FairBox und gebe das Mehrweg-Gebinde nach Verzehr beim nächsten Einkauf am Leergutautomaten des Marktes mit Pfandflaschen wieder ab, bekomme meinen Pfandbon, der mit meinem neuen Einkauf verrechnet wird.


Lösung: Kaffeebecher und Salatschüsseln eineindeutig identifizieren 

Durch den Einsatz von standardisierten Identifikations- und Kennzeichnungslösungen soll der gesamte Mehrweg-Prozess abgebildet werden. Um jeden Becher, jede einzelne Schale/Box, also jedes Gebinde, eineindeutig identifizieren zu können, müssen diese serialisiert mit einer SGTIN (Serialized Global Trade Item Number), GIAI (Global Individual Asset Indentifier) oder mit der GRAI (Global Returnable Asset Identifier) gekennzeichnet werden. Alle Stammdaten eines Gebindes werden mit dieser Nummer verknüpft und im täglichen Geschäft durch Scannungen mit Ereignisdaten angereichert. So entsteht nach und nach ein transparenter Lebenszyklus jedes einzelnen Gebindes. Die Lösung soll sowohl in B2B- als auch in B2C-Prozessen funktionieren.  

Der Clou: Der GS1 DataMatrix-Code ermöglicht es, als 2D-Code, viele Informationen auf sehr kleiner Fläche unterzubringen und ist gleichzeitig ein standardisierter Datenträger, der die Barrieren der Scannung reduziert – also perfekt geeignet für die Kennzeichnung der Mehrweg-Gebinde von FairCup. Positiver Nebeneffekt: Durch eine Identifikationslösung des Gebindes könnten auch Marktprozesse vereinfacht und beschleunigt werden. Diese Idee macht unnötige Etikettierung überflüssig und damit Thermopapier, welches Sondermüll ist, sowie unnötige Klebereste auf der Mehrwegverpackung.

Interessanter Side-Fact: Wussten Sie, dass Pfand nicht gleich Mehrweg heißt? Wenn nicht, gehören Sie laut einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Kantar Emnid im Auftrag des Arbeitskreises Mehrweg zu 50 Prozent der Deutschen. So steht Pfand schon lange nicht mehr eindeutig dafür, dass Umverpackungen oder Flaschen mehrmals genutzt werden. Im Gegensatz zu bepfandeten Einweg-Flaschen, gehen je nach Art des Produktes PET-Mehrwegflaschen bis zu 25-Mal, Glasflaschen bis zu 50-Mal und FairCup Mehrweg-Gebinde bis zu 1000-Mal zum Hersteller/Abfüller zurück.


Zitat Sibylle Meyer, FairCup GmbH

„Wir suchen nach einer Lösung, wie wir unser Pfandsystem und unseren FairCup sowie unsere FairBoxen ohne viel Aufwand lückenlos nachverfolgen können. Wir möchten wissen, wo sie sich gerade befinden und wie viele gerade noch bei unseren Partnern vorrätig, wie viele unterwegs und wie viele zum Beispiel in der Reinigung sind oder gar ersetzt oder recycelt werden müssen, weil sie beschädigt sind. Dazu brauchen wir eine digitale Lösung, die einfach zu bedienen ist und uns so viel Arbeit wie möglich durch automatisierte Abläufe abnimmt. Wir sind davon überzeugt, dass wir in Zusammenarbeit mit dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum eStandards eine gute Lösung finden werden."
 

Laufzeit des Projekts mit der FairCup GmbH

Q4/2020 - Q2/2021

Bildquelle: FairCup

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