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bioaufvorrat: Mehrweg(e) führen vom Hofladen zum Kunden

Herausforderung: vom Hofladen zum bundesweiten Liefer-Service

Alles startete in einer Gara… – nein stopp – die Geschichte von biovorrat begann nicht in einer Garage, sondern mit einem Biohof und Lieferservice. Seit 1995 können nachhaltig orientierte und gesundheitsbewusste Kunden Bio-Lebensmittel, Bio-Drogerie und Bio-Kosmetik im Hofladen der Familie Wiesbrock kaufen oder liefern lassen. Der Biohof beliefert Ostwestfalen-Lippe, allerdings sorgte die deutschlandweit steigende Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln und Bio-Drogerieartikeln sowie Unverpackt-Lösungen für Lebensmittel für die Gründung eines neuen Unternehmens in 2018: bioaufvorrat ist ein Onlineshop, der Kunden in ganz Deutschland und Österreich nachhaltig mit Bio-Produkten versorgt. Dadurch kann eine viel größere Zielgruppe erreicht werden. Für die klimaneutrale Auslieferung sorgt ein externer Versanddienstleister.

Während der Umsatz im E-Commerce allgemein steigt und große Lebensmittelhändler sowie Vollsortimentsupermärkte ihre Online-Angebote ausweiten, besteht auch ein wachsendes E-Commerce-Marktsegment für ausschließlich Bio-Produkte.

Bei bioaufvorrat werden die Bestellungen durch standardisierte Bestellvorgänge und Artikelkennzeichnung in bestehende Betriebsabläufe integriert. Ganz im Sinne der Nachhaltigkeit, und auch der Grund für die Namensgebung, gilt dabei, wer in größeren Produktstückzahlen bestellt – also im Sinne von Bio auf Vorrat –, der erhält Rabatte. Denn: Das Ziel von bioaufvorrat ist es, den Kunden die angebotenen Bio-Produkte in Mengen zu verkaufen, die dazu führen, kleine Lieferungen zu vermeiden. So soll der Ressourceneinsatz für Versand und Verpackungen möglichst geringgehalten werden.

Aktuell bietet bioaufvorrat nur bereits verpackte Produkte an, die im Versand keine Kühlung benötigen und neben der Bruchsicherheit auch keinen speziellen Transportbedingungen genügen müssen. Die Produkte werden in herkömmlichen Kartonagen versendet und im Inneren mit recyclebarem Füllmaterial vor eventuellen Schäden geschützt. So ist einerseits, die ökologische Nachhaltigkeit dieser Versandart gegenüber vielen kleineren Einzelsendungen gegeben, anderseits ergeben sich auch Herausforderungen für bioaufvorrat:

  • Obwohl die verwendeten Versandverpackungsmaterialien aus Papier bestehen und in der Altpapiertonne entsorgt und so dem Recycling-Kreislauf wieder zugeführt werden können, steht die „Wegwerfkultur“ dabei im Kontrast zur nachhaltig ausgerichteten Unternehmensphilosophie. Auch die Kunden wünschen sich eine Lösung, die das Abfallaufkommen in ihrem Haushalt geringer hält.
  • In ökonomischer Hinsicht werden Kunden im Idealfall durch die Box stärker an das Unternehmen gebunden. Zusätzlich könnte sie auch als Marketinginstrument nützlich sein, um sich von Wettbewerbern abzuheben, da der Online-Handel in Mehrwegboxen derzeit (noch) ein Sonderweg ist.

 

Ziel des Projekts: Mehrweg als bester Versandweg

Es soll eine Transportmöglichkeit in einer Mehrwegversandbox, gefunden werden, die den Anspruch einer nachhaltigeren Dienstleistung gegenüber der Einweglösung erfüllt, die ökonomischen Anforderungen der Unternehmung berücksichtigt und dem Kundenwunsch Verpackungsmaterialien einzusparen, nachkommt.

 

Lösung: Vorab-Analyse des Mehrwegprozesses unter ökologischen und ökonomischen Aspekten

Vor der Einführung wird eine sorgfältige Betrachtung des angestrebten Mehrweg-Prozesses mit verfügbaren Versandboxen durchgeführt, welche ökonomische, technische und ökologische Faktoren berücksichtigt. Bietet der Markt passende Systeme an, werden sie getestet und dem vorhandenen Einwegsystem in Form Entscheidungsvorlage gegenübergestellt.

Das Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum eStandards unterstützt bioaufvorrat bei der ausführlichen Marktsondierung für Verpackungsalternativen, insbesondere zu Mehrwegboxen im Online-Handel. Verfügbare Mehrwegsysteme sind hinsichtlich ihrer ökonomischen und ökologischen Nachhaltigkeit zu untersuchen und mit dem bestehenden System abzugleichen. Die technische Eignung ausgewählter Systeme wird das Unternehmen mit Live-Test überprüfen.

Letztlich ist der notwendige Investitionsbedarf für den Fall einer Umsetzung zu bestimmen. Dafür sind die aktuelle und prognostiziere Anzahl von Transportboxen relevant, um die Bestandskunden zu beliefern und sicherzustellen, mögliche Nachfragespitzen zu Feiertagen und der aktuellen Covid-19 Situation zu bewältigen.

Die gesammelten Daten und Erkenntnisse sind zusammenzuführen, um bioaufvorrat als Entscheidungsgrundlage zur Einführung eines Mehrwegversandsystems zu dienen.

Darüber hinaus unterstützt das Kompetenzzentrum eStandards das Unternehmen bei der Auswahl eines Identifikationsverfahrens für die gewählte Mehrwegversandverpackung, mit Standards wie die GRAI (Global Returnable Asset Identifier) und einem Datenträger, wie zum Beispiel, GS1-128, GS1 Datamatrix oder RFID.

 

Zitat Christoph Wiesbrock, bioaufvorrat GmbH:

„Auch, wenn wir die Digitalisierung bei unserem Vertrieb, Marketing und in der Logistik schon seit Jahren nutzen, ist der mögliche Umstieg auf Mehrwegverpackungen noch einmal eine ganz andere Herausforderung. Er braucht neben dem digitalen Know-how auch eine exzellente Kenntnis über den Markt, Identifikationsverfahren und die ökologische Nachhaltigkeit von Mehrwegversandverpackungen. Wir sind froh, dass uns das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum eStandards bei der Sondierung der unterschiedlichen Möglichkeiten unterstützt.“

 

Projektlaufzeit

Q1/2021 - Q2/2021

Copyright: bioaufvorrat GmbH

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