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RosettaNet: Rahmenstruktur für Zusammenarbeit

XML-basierte Dialoge für Geschäftsprozesse zwischen Partnern einer Wertschöpfungskette

Was ist RosettaNet?

RosettaNet ist ein Industriestandard, der ein Framework (Rahmenstruktur) aus einzelnen Dokumenten zur Verfügung stellt. Dies erlaubt es einzelnen Firmen, die Interoperabilität (Fähigkeit zur Zusammenarbeit von verschiedenen Systemen, Techniken oder Organisationen) der Geschäftsprozesse über die globalen Wertschöpfungsketten zu erhöhen. Mitglieder und Partner der gleichnamigen Not-for-Profit-Organisation RosettaNet sind in erster Linie Unternehmen aus den Bereichen Elektronik und Elektrotechnik, Computer und IT-Industrie. Einzelne Elemente von RosettaNet können auch im Bereich der Katalogaustauschformate und Transaktionsstandards genutzt werden.

RosettaNet Implementation Framework (RNIF)

Das RosettaNet Implementation Framework, kurz RNIF beschreibt konkret die Protokolle, die Kommunikation, die auslösenden Parameter (Trigger) und Sicherheitsaspekte zwischen den Servern und Computer-Systemen der Geschäftspartner.

RosettaNet PIP (Partner Interface Process) Codes

Die Partner Interface Processes (PIP’s) beschreiben in RosettaNet die System-zu-System-Prozesse mittels XML-Dokumenten. Es gibt 8 Cluster, die unter anderem die Beschreibung von Produkten, Bestellungen, Lager anfragen, Marketing und Service und Support Dokumenten behandeln. An der Implementierung von Rechnungen wird zurzeit gearbeitet.

  • RosettaNet Support / Unterstützung für RosettaNet (0)
  • Partner Product and Service Review (1)
  • Product Information / Produktinformation (2)
  • Order Management / Bestellwesen (3)
  • Inventory Management / Bestandsverwaltung (4)
  • Marketing Information Management (5)
  • Service and Support / Reparatur und Unterstützung (6)
  • Manufacturing / Herstellung (7)

Identifikations- und Klassifikations-Systeme für Unternehmen (Global Company Identifier), Produkte (Global Product Identifier) und die Klassifizierung (Global Class Identifier) werden in RosettaNet z. B. nach UNSPSC, DUNS oder GTIN angegeben.

Anwendungsgebiet von RosettaNet

Bei RosettaNethandelt es sich um weitgehend um einen anwendungsunabhängigen Standard, welcher sich für die Beschreibung von Prozessen in der Spannweite von Supply Chain bis zum Konsumenten eignet. Allerdings liegen die Stärken von RosettaNet im Allgemeinen eher im B2B-Bereich. RosettaNet ist vor allem in der Elektro-, Elektronik- und IT-Industrie verbreitet.

Internationalität von RosettaNet

Da RosettaNet auf der Programmiersprache XML (Extensible Markup Language) basiert, ist es aus technischer Sicht ohne weiteres möglich Daten in unterschiedliche Sprachen – dabei werden auch asiatische und kyrillische Zeichensätze unterstützt – zu transportieren. In Europa kommt RosettaNet aufgrund der hohen Verbreitung von EDIFACT weniger zum Einsatz.

Investitionssicherheit von RosettaNet

RosettaNet wurde bereits 1998 ins Leben gerufen und zählt heute zu den etablierten Prozessstandards. Die Weiterentwicklung wird von GS1 US betrieben, welche die Kontinuität und Weiterentwicklung gewährleistet.

Was kostet die Nutzung von RosettaNet?

RosettaNet wurde mit dem Ziel entwickelt, die Kosten für den Eintritt in das eBusiness für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zu verringern. Da die grundsätzliche Verarbeitung von XML-Daten einfach ist, liegen die Kosten hauptsächlich in der Gestaltung und Umsetzung der Prozesse.

Zielgruppe für RosettaNet

RosettaNet richten sich in erster Linie an die Fachabteilungen (für die Planung) sowie an die IT-Abteilungen (bei der Umsetzung). Dem Management obliegt aber natürlich die grundsätzliche Entscheidung über den Einsatz einer des Standards.

 

 

Text ist in Kooperation mit PROZEUS entstanden.

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