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Stammdaten / Datenmanagement / GDSN®

Entdecken und nutzen Sie das Potenzial Ihrer Daten

Was sind Stammdaten?

Stammdaten (Master Data) sind die Kerndaten, die in einem bestimmten Unternehmen oder in einer bestimmten Unternehmensabteilung wesentlich für Geschäftsprozesse sind. Sie liefern grundlegende Informationen über betriebliche Objekte oder Stammdatendomänen wie Produkte, Standorte, Lieferanten, Kunden oder Mitarbeiter.

Stammdaten sind grundsätzlich für die laufenden Geschäftsoperationen erforderlich und werden normalerweise über einen längeren Zeitraum nicht verändert. Die Art von Informationen, die als Stammdaten betrachtet werden, variiert von Branche zu Branche und unterscheidet sich sogar innerhalb der gleichen Branche von einem Unternehmen zum anderen.

Stammdatenmanagement (Master Data Management) 

Master Data Management (MDM), auch Stammdatenmanagement genannt, ist eine Bezeichnung für den Umgang mit den Daten eines Unternehmens. Es umfasst dabei alle strategischen, organisatorischen, methodischen und technologischen Aktivitäten in Bezug auf diese Informationen.

Stammdaten sind im Gegensatz zu Transaktionsdaten (z.B. Rechnungen, Bestellungen, Lieferscheine) und Bestandsdaten (wie etwa Lagerbestand, Kontostände) eigenschaftsorientiert. Sie beschreiben die wesentlichen Charakteristika von realen Objekten.

Stammdatenmanagement ermöglicht organisationsübergreifend eine einheitliche Sicht auf den Kunden. Über einen als „wahr“ definierten Datensatz („Golden Record“) werden dabei Informationen aus den unterschiedlichen Quellsystemen zusammengefasst, gesäubert und bei Bedarf mit zusätzlichen Informationen angereichert. Mitarbeiter im Vertrieb, Service, Marketing oder der Buchhaltung sind dadurch immer auf dem gleichen Stand und können den Kunden qualifiziert beraten.

Häufig liegen Stammdaten redundant auf verschiedenen Systemen und in unterschiedlichen Anwendungen verteilt. Dadurch entstehen Inkonsistenzen, die zu Fehlern in der Geschäftsprozessabwicklung und -analyse führen. Eine einheitliche Kundensicht ist nicht möglich, wenn Kundendaten voneinander isoliert in verschiedenen Systemen vorgehalten werden.

Das Stammdatenmanagement behandelt alle Aspekte, die es Organisationen ermöglichen, die Qualität ihrer Informationen sicherzustellen. Insbesondere sind dabei neben der Technologie auch Geschäftsprozesse und die „Data Governance“ zu berücksichtigen.

Datensynchronisation

Datensynchronisation ermöglicht es Handelspartnern, konsistente, exakte und standarisierte Produkt- und Firmeninformationen auszutauschen. Damit die Synchronisierung nachhaltig wirksam ist, genügt es nicht, sie lediglich ein einziges Mal durchzuführen - es handelt sich um einen kontinuierlichen Prozess, bei dem die Informationen im Zeitablauf stets aktuell gehalten werden.

Global Data Synchronisation Network (GDSN®)

Das Global Data Synchronisation Network (GDSN®) ist ein weltweiter Verbund von Stammdatenpools. Über das GDSN® können Produktstammdaten global zwischen Herstellern und Händlern ausgetauscht – synchronisiert - werden. Dabei müssen die Daten nur in einen einzigen Datenpool eingestellt werden. Das GDSN® verbindet weltweit 30 zertifizierte Datenpools, an die fast 25.000 Unternehmen angeschlossen sind.

GDSN®-Datenpools erfüllen alle die gleichen Standards – zum Beispiel nutzen sie zur Artikelidentifikation die GTIN. Möglich wird der globale Datenaustausch über mehrere Datenpools, weil das GDSN® auf ein zentrales Register (Global Registry®) zugreift. Dies ermöglicht es, Artikel- und Unternehmensdaten weltweit in Datenpools zu lokalisieren. Das GS1 Data Quality Framework definiert die Qualität der Daten und die GS1 Global Product Classification stellt sicher, dass die Produktstammdaten alle nach dem identischen Schema klassifiziert sind.