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Lagerhaltung / Lagerwirtschaft

Herausforderung effizientes Lagermanagement

Definition von Lagerhaltung

Lagerung bedeutet die gewollte Unterbrechung des betrieblichen Materialflusses, d. h., es entstehen bewusst gebildete Lagerbestände. Die eigentliche Lagerhaltung erfordert ein Lager, d. h. einen Raum, ein Gebäude (Logistikimmobilie) oder ein Areal, in dem Waren aufbewahrt werden können. Damit ist Lagerhaltung ein zentrales Zhema des Bestandsmanegements.

Welche Lagerplatzsysteme gibt es?

Bei der festen Lagerplatzzuordnung werden für jeden Artikel (bspw. über die GTIN) feste Lagerplätze (bspw. über die GLN) bereitgestellt, die nur für diese Artikel reserviert sind („Gleiches zu Gleichem“). Der Vorteil liegt in der einfachen Bestimmbarkeit des Lagerplatzes. Durch die im Zeitablauf schwankenden Lagerstände je Artikel wird ein Teil des fix zugeteilten Lagerplatzes nicht genutzt, wodurch es zu einer schlechten Auslastung der Lagerkapazität kommt.

Bei der dynamischen Lagerplatzzuordnung (open warehouse system) werden die Artikel an einem freien Lagerplatz gelagert. Die Einlagerung erfolgt beliebig oder nach vorgegebenen Parametern. Ein Vorteil dieser Methode der Lagerhaltung ist, dass, wenn Störungen zum Beispiel in einer Lagergasse auftreten, dasselbe Material von einer anderen Lagergasse entnommen werden kann. Der größte Vorteil jedoch ist eine sehr hohe Auslastung der Lagerkapazität. Um den späteren Zugriff auf die Lagerartikel zu gewährleisten, müssen jedoch die Lagerplätze genau dokumentiert werden. Dies muss systemgestützt durch Nutzung eines ERP - oder Lagerverwaltungssystems erfolgen. Bei der chaotischen Lagerung von Gefahrstoffen (z. B. bestimmte Klebstoffe, Prozesschemikalien) sind Beschränkungen und Zusammenlagerungsverbote zu berücksichtigen, damit gefährliche Reaktionen bei Störfällen vermieden werden.

Ökonomische Lagerhaltung

Kurze Wege, minimale Suchzeiten, mehr Kosteneffizienz und damit verbunden Wettbewerbsvorteile: Die ökonomische Lagerhaltung fußt auf effizienten Abläufen, die auch bei sehr hoher Arbeitbelastung greifen. Sprich die Prozessabläufe bei der Lagerwirtschaft müssen von jedem Mitarbeiter (auch der Aushilfskraft) schnell erfasst werden können, damit die benötigte Ware zügig gefunden wird. Voraussetzung hierfür sind standardisierte Prozesse wie die einheitliche Kennzeichnung von Lagerplätzen und Transporteinheiten (z. B. im GS1-128) sowie der Einsatz eines Lagerverwaltungssystems.

Wie optimiert man die Lagerhaltung...10 Ansätze

  1. Informationsbrüche in den Prozessen der Lagerhaltung beseitigen.
  2. Lagerprozesse vom Wareneingang über die Kommissionierung bis zum Warenausgang schlank gestalten.
  3. Durch standardisierte Kennzeichnung den Suchaufwand verringern und Wege-/Greifzeiten verkürzen.
  4. Effiziente Kontrollmechanismen im Warenausgang einführen.
  5. Inventurdifferenzen minimieren und Fehlladungen vermeiden.
  6. Bestandsgenauigkeit erhöhen.
  7. Out-of-Stock-Situationen verhindern und die Qualität der Warenbereitstellung steigern.
  8. Energiesparpotenziale aufdecken.
  9. Den Einsatz von Flurfahrzeugen optimieren.
  10. Kommunikationsaufwand durch Umstellung auf den elektronischen Datenaustausch (EDI) reduzieren.

Definieren Sie die Top 5 Prioritäten für Ihre Lagerhaltung

Kleine und mittlere Unternehmen sind gut beraten, sich einen individuellen Aktionsplan zu erstellen, der aufzeigt, wie man vom IST-Prozess zum SOLL-Prozess in der Lagerhaltung kommt. Beschreiben Sie gemeinsam mit Ihren MItarbeitern (!) in diesem zunächst die 5 wichtigsten Maßnahmen, den zu erwartenden Aufwand und die Potenziale. Und stimmen Sie diesen dann mit dem verantwortlichen Management ab. So können auch mittelständische Unternehmen  ihre Lagerwirtschaft ganz zielgerichtet verbessern.

 

Kontakt:
geschaeftsstelle@kompetenzzentrum-estandards.digital
Tel.: +49 221 94714-505
Fax: +49 221 94714-7505

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