Logo Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum eStandards

eStandards Wissen

Fälschungssicherheit für Produkte

Produkte mit serialisierter Kennzeichnung vor Piraterie schützen

Original oder Fälschung?

Das knifflige Bilderrätsel, mit dem Illustrierte ihre Leser erfreuen, wird immer mehr zum Synonym für ein ebenso globales wie gewinnbringendes Vergehen: die Produktpiraterie. Ob hochwertige Kfz-Ersatzteile, Textilien oder Rotwein: Kaum eine Branche, die nicht von Produktpiraterie betroffen ist. Doch das Problem sind längst nicht mehr nur nachgemachte Ersatzteile, Kleidung oder hochpreisige Konsumgüter, sondern auch gefälschte Medikamente. Diese sind dann entweder zu gering dosiert, völlig wirkungslos oder enthalten andere Wirkstoffe. Fälschungssicherheit zu etablieren ist damit ein branchenübergreifende Herausforderung, der sich große und mittelständische Unternehmen gleichermaßen stellen müssen.

Serialisierung macht Produkte unnachahmlich und fälschungssicher

Um einzelne (Produkt)einheiten eindeutig voneinander unterscheiden zu können – und das möglichst weltweit – müssen diese serialisiert gekennzeichnet werden. Hierfür benötigt man zwei Nummernkomponenten: Zunächst einmal eine global eindeutige Artikelnummer, die das Produkt als solches identifiziert, und dann eine Seriennummer, mit der jede einzelne Einheit des Produktes kenntlich gemacht wird. Die Seriennummer eines Produkts in Verbindung bspw. mit der Globalen Artikelnummer GTIN funktioniert wie ein Personalausweis für Artikel jeglicher Art. Die komplette Logistikkette von der Fertigung über den Vertrieb und den Großhandel bis zum Abnehmer kann so überwacht und nachvollziehbar gemacht werden.

Lebenslang geschützt

Die serialisierte Identifikationsnummer bleibt mit der (Produkt)einheit verknüpft, solange sie existiert. In Verbindung mit gespeicherten, individuellen Informationssätzen, dem elektronischem Datenaustausch (EDI) und automatischer Datenerfassung (Auto-ID) hinterlässt das Produkt auf seinem Weg vom Hersteller in den Handel informatorische Spuren. Sie lassen sich über diese serialisierte Nummer nachvollziehen. Bei diesem dynamischen Ansatz zur Umsetzung der Fälschungssicherheit handelt es sich also um die Kombination von eindeutiger Produktidentifikation mit einer transparenten und jederzeit abrufbaren Produkthistorie.

Anforderungen an ein Serialisierungssystem für Fälschungssicherheit

Hiermit wird deutlich, welche Anforderungen an die Grundkomponenten eines Serialisierungssystems zur Stärkung der Fälschungssicherheit zu stellen sind:

  • Anerkennung bei allen Geschäftspartnern
  • Globale Gültigkeit
  • Überschneidungsfreiheit
  • Eindeutigkeit
  • Umfassendes System mit kompatiblen Bausteinen, bestehend aus:
  1. Ident-Nummern, ergänzt durch
  2. passende Auto-ID-Systeme, sprich Datenträger, z. B. den GS1 DataMatrix sowie
  3. Medien und Standardformate zur elektronischen Datenübertragung EDI beziehungsweise -bereitstellung sprich Transaktionsstandards
  • Branchenübergreifende Einsetzbarkeit

Ein Blick auf die Vielfalt verschiedener, miteinander kollidierender Nummernsysteme, ungeschützte Datenträger sowie nicht kompatibler elektronischer Datenaustauschformate macht deutlich, wie wichtig es ist, mit global standardisierten Systemen zu arbeiten.

Hierbei ist zu beachten, dass die anzuwendenden Systematiken nicht auf einen Wirtschaftszweig bzw. Branche beschränkt sind, damit die Identifikation durchgängig über alle Wertschöpfungsstufen hinweg vollzogen und damit die Fälschungssicherheit gewährleistet werden kann.

 

Bildquelle: https://www.securpharm.de/pressematerial/