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Technische Bürsten GmbH legt die Grundlage für Nachhaltigkeitstransformation

Die Nachhaltigkeitstransformation des Bürstenherstellers hat begonnen

Die klassischen Bürsten sin der Kern des Unternehmens

Nachhaltigkeit als integrativen Bestandteil der unternehmerischen Praxis mitzudenken, ist keine einfache Aufgabe. Auch für das Unternehmen Technische Bürsten GmbH, sesshaft im ländlichen Spremberg, war der Weg zur nachhaltigen Transformation unklar. Umso besser, dass die Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren eStandards und Cottbus das Unternehmen umfangreich in einem Praxisprojekt unterstützen konnten.

Die Technische Bürsten GmbH produziert in langjähriger Tradition Industriebürsten, welche über Großhändler vertrieben werden. Im Rahmen des Praxisprojekts löste sich das Unternehmen von der starren Rolle als Industriebürstenproduzent und öffnete sich für die Identifizierung von weitreichenden Handlungsfeldern im Sinne der Nachhaltigkeit. Außerdem ergänzte das Unternehmen mit einem Onlineshop für Räucherprodukte sein Geschäftsfeld. Dort werden nicht nur Bürsten angeboten, sondern auch Nebenprodukte, zum Beispiel Räucherspäne, vertrieben.

Ziel des Praxisprojektes war es dabei nicht, das gesamte Geschäftsmodell zu transformieren, sondern vielmehr mögliche Handlungsfelder zu entdecken, die Hebelwirkungen für die Transformation haben. Es setzte daher in der ersten Projekthälfte auf eine Reihe von Workshops, welche dem Unternehmen die methodische Basis sowie den Analyserahmen boten, um die eigenen Transformationspotenziale besser zu verstehen.

Nachhaltigkeit im Unternehmen und darüber hinaus – Wo sind die Ansatzpunkte?

Die erste Projektphase verfolgte das Ziel, die Wertschöpfungskette des Unternehmens zu betrachten, wobei auch interne Prozesse der Produktion mitgedacht wurden, um ein holistisches Gesamtbild zu erhalten. Mit der Hilfe individualisierter Analyseraster wurden von der Rohstoffgewinnung über Transport und Logistik bis zum Lebensende der Produkte die gesamte Wertschöpfungskette sowie weitere interne Prozesse betrachtet. Folgende Fragen wurden beispielsweise gestellt: Gibt es Möglichkeiten nachhaltigeres Holz für die Griffe zu nutzen oder das Recycling der Produkte zu optimieren? Auch soziale Thematiken, wie die interne Ausrichtung hinsichtlich „New Work“ kamen zur Sprache und boten wichtige Ansatzpunkte für eine umfassende Nachhaltigkeitsbetrachtung. Ziel dabei war es wichtige Hotspots zu finden, die dann in die nähere Betrachtung gerückt wurden.

Aus Handlungsfeldern wurden Roadmaps

Im Zuge der kollaborativen Analysen kamen digitale Whiteboards zum Einsatz, welche eine agile und kreative Zusammenarbeit ermöglichen. Diese erlaubten es dem Projektteam die Hotspotanalyse digital, visuell ansprechend, kostengünstig und pandemiekonform durchzuführen. Basierend auf der anfänglichen Analyse wurden entlang der Wertschöpfungskette Handlungsfelder als Fokusthemen herausgearbeitet, die nicht nur einen potenziell großen Impact liefern können, sondern auch konkret für das Unternehmen adressierbar sind und deshalb ausgewählt wurden.

Die folgenden Fokusthemen stellten sich hierbei als besonders wichtig heraus:

  • Die Erschließung neuer, nachhaltigkeitsorientierter Märkte, die über den bisherigen Vertrieb bei Großhändlern hinausgehen.
  • Informationsbeschaffung über Kund:innen und die Produktnutzung, die aufgrund der bisherigen Vertriebswege kaum vorhanden, aber für weitere Schritte wichtig, sind.
  • „Low-Hanging Fruits“, in diesem Fall Heizen und Energie, bieten im Unternehmen direkte Möglichkeiten, nicht nur Kosten zu sparen, sondern insgesamt sparsamer und grüner zu agieren.

Eine Betrachtung von Themen wie End-of-Life (Recycling und Kaskadennutzung) ist denkbar, beispielsweise durch eine weitere Nutzung der Griffe bei gleichzeitiger Erneuerung des Besatzes und könnte zukünftig mitgedacht werden.

Zudem sind bestimmte Synergiepotenziale zwischen den Themen erkennbar. Beispielsweise könnten auf Basis von Nutzungsinformationen Produkte nachhaltiger gestaltet werden, wodurch wiederum die Erschließung neuer Märkte ermöglicht wird. Die gemeinsame Analyse weitete zudem den Blick in Bezug auf relevante Partnerschaften. Dabei wurden Fragen gestellt, welche Stakeholder die Umsetzung der Handlungsoptionen unterstützen könnten. Im Falle der Energiethematik wären das beispielsweise Anbieter von saubereren Stromlösungen. Letzten Endes konnten somit konkrete Roadmaps zur Implementierung etwaiger Maßnahmen zu den jeweiligen Fokusthemen entwickelt werden, die wichtige nächste Schritte aufzeigen.

Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten

Die beschriebene Limitierung des Endkundenkontakts und der dadurch eingeschränkte Vertrieb der Produkte im alten Geschäftsmodell zeigt ein offensichtliches Handlungsfeld auf, für welches innerhalb des Praxisprojektes bereits konkrete Maßnahmen abgeleitet werden konnten. Da das Unternehmen weit über den lokalen Raum hinaus seine Produkte vertreibt, ist Digitalisierung ein möglicher Schlüssel, der sowohl den erweiterten Vertrieb als auch die Informationsbeschaffung unterstützen kann.

Um das Thema proaktiv anzugehen, hat das Unternehmen mit der Website Räucherwelt.eu das Geschäftsmodell erweitert und einen Onlineshop gegründet. Dort bietet es neue, zirkuläre Produkte an und baut sich einen direkten Vertrieb für eine neue Zielgruppe auf. Somit können die Bürsten jetzt deutlich einfacher an Endnutzer:innen vertrieben werden, die diese zum Reinigen von Grills und Räucheröfen nutzen. Des Weiteren werden mit Räucherspänen auch Nebenprodukte aus der Produktion mitvertrieben. Dies unterstreicht den nachhaltigen Ansatz basierend auf einem effizienteren Ressourcenverbrauch.

So geht es weiter

Neben der Gründung des Onlineshops wurden im Praxisprojekt weitere Schritte für das Unternehmen vorbereitet. Dazu zählt die Aufarbeitung der Roadmaps, um die identifizierten und oben genannten Handlungsfelder aufzuzeigen. So weiß TBS, wie die nächsten Transformationsschritte aussehen. Die Grundlage für eine fortgeführte Nachhaltigkeitstransformation ist geschaffen.

Weitere Informationen: Im Rahmen unseres Werkzeugkastens beschreiben wir, die in den Workshops angewandten Konzepte im Detail. Dazu gehören Nachhaltige Wertschöpfungsketten, Nachhaltigkeitsmanagement und das Thema Kreislaufwirtschaft.


Copyright: Technische Bürsten GmbH

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