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Mit engpassorientierter Fertigung zum Erfolg

Jan Schriever

Den ersten Unternehmertreff des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums eStandards in 2021 mussten wir pandemiebedingt online organisieren. Jan Schriever, der Geschäftsführer der Schraubenfabrik Hans Schriever aus Lüdenscheid, war zu Gast in der Offenen Werkstatt auf dem Campus der FernUniversität in Hagen. Bereits einige Tage zuvor hatten wir in seiner Firma einige Impressionen auf Video festgehalten, um den Teilnehmenden zumindest virtuell auch einen „Betriebsrundgang“ bieten zu können.

Wenn die Auftragslage zu gut ist

Jan Schriever hat sich intensiv mit der Theory of Constraints (TOC), zu deutsch: Engpasstheorie, beschäftigt. Der Grund dafür: Die Auftragslage war vor zwei Jahren so gut, dass die Schraubenproduktion an ihre Grenzen stieß. Die Folgen waren gravierend:

  • Lieferrückstände
  • eingeschränkte Lieferfähigkeit
  • zu hohe Durchlaufzeiten/Umlaufbestände
  • lange Warteschlangen vor Maschinen
  • Verfügbarkeitsprobleme, trotz hoher Lagerbestände
  • häufige Prioritätswechsel bei den Aufträgen
  • Zusammenfassung verschiedener Aufträge zur Rüstoptimierung
  • ein Gefühl von ständiger Überlastung in der ganzen Firma

Mit digitalen Kennzahlen und Standards aus der Krise

Bei einer Betrachtung von Kennzahlen aus der digitalen Betriebsdatenerfassung und einer Analyse der Gesamtanlageneffektivität zu Stückzahlen, Qualität und Nutzungsgrad wurde der Engpass im Betrieb identifiziert: Die Rüstzeiten waren viel zu lang. Mit diesen Kennzahlen und einer Schnittstelle zu einer „Simple Planning“-Software schafften es Jan Schriever und seine Belegschaft, entscheidende Verbesserungsmaßnahmen zu erarbeiten und standardisiert umzusetzen:

  • neue Art der Disposition mit "Simple Planning"
  • neue Produktions-/Prozessteuerung
  • Auftragspriorisierung durch Software anhand aktueller Zahlen

Bei so gravierenden Veränderungen innerbetrieblicher Prozesse ist es natürlich entscheidend, dass auch die Belegschaft mitzieht. Jan Schirever und seine Führungsmannschaft wendeten deshalb viel Zeit für persönliche Gespräche auf. So gelang es ihnen, bis auf ganz wenige Ausnahmen, alle Mitarbeiter von der Sinnhaftigkeit dieser Schritte zu überzeugen – die Notwendigkeit war ohnehin allen klar.

Veränderungen lohnen sich

Die beschriebenen Maßnahmen hatten wesentliche positive Auswirkungen auf Produktivität und Liefertermintreue sowie auf die Reduzierung von Überstunden, Rückständen und Rüstvorgängen. Außerdem wurde die Produktion durch die Verringerung der Durchlaufzeiten wieder wesentlich flexibler, und die Lagerbestände konnten optimiert werden. Das Wichtigste: Die Kunden waren wieder zufrieden.

Die TOC auf der Basis digitaler Kennzahlen und Standards wird bei Schriever nun als Managementsystem in der Produktion und im Vertrieb genutzt.

Einen Eindruck von unserer Veranstaltung vermittelt Ihnen dieser zweiminütige Videoclip.

Copyright: Nico Piepenstock

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