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Wie zwei Unternehmer mit Leidenschaft und Konsequenz die Auftragsabwicklung digitalisieren

Screwerk

Mit graphenorientierter Datenbankumgebung und offenen und freien Standards zum idealen Geschäftsmodell

Der Besuch bei der Screwerk GmbH macht deutlich, wie Digitalisierung mit offenen und freien Standards Prozesse im Unternehmen optimieren kann

„Wir verkaufen keine Schrauben, wir verkaufen Verfügbarkeit.“ Wer mit einer so anspruchsvollen Firmenphilosophie im Markt agiert, muss alle Abläufe im Unternehmen perfekt organisieren. Genau das haben Alexander Hoffmann und Heiko Schlabach in ihrer Firma Screwerk GmbH in Lüdenscheid getan – und dazu alle Open-Source-Möglichkeiten der Digitalisierung genutzt.

Schnelle Lieferung wird heute im technischen Großhandel vorausgesetzt. Das Konzept der Screwerk GmbH basiert auf Spezialisierung und Geschwindigkeit: Das Unternehmen liefert Schrauben für Kunststoffverbindungen auch in kleinen Losgrößen und setzt von der Bestellung bis zum Versand auf automatisierte Prozesse. Damit gelingt es, jeden Auftrag vom Bestelleingang (per Online-Shop, E-Mail, Telefon oder Fax) bis zum Versand in weniger als 15 Minuten abzuwickeln.

„Bestehende Organisationsstrukturen zu ändern, ist immer schwierig. Wir hatten den Vorteil, von vornherein ein komplett offenes System entwickeln zu können, in dem alle Systemkomponenten Zugriff auf alle Informationen haben. Eine Digitalisierung zu nur 50 Prozent ergibt keinen Sinn“, sagt Alexander Hoffmann.

Screwerk setzt auf graphenorientierte Datenbankumgebung und offene und freie Standards

Screwerk wurde 2013 als Großhandel für Kunststoffschrauben gegründet und beliefert ausschließlich gewerbliche Kunden in Handwerk und Industrie. Seit 2017 betreibt das Unternehmen außerdem eine eigene Sortimentsfertigung. Mittlerweile gibt es dafür drei Produktionsstätten.

Die ersten Erfahrungen am Standort Lüdenscheid wurden in den neuen Niederlassungen konsequent umgesetzt: Zunächst wurden die Produktionsstätten auf die Sortimentsfertigung umgestellt, danach Verwaltung und Auftragsabwicklung digitalisiert. Dabei setzt Screwerk ausschließlich auf eine graphenorientierte Datenbankumgebung und vernetzte Produktions- und Logistiksysteme nach offenen und freien Standards. „Vorgegebene Systeme engen nur ein“, sagt Alexander Hoffmann. „Nur Freiheit in der Prozessmodellierung gewährleistet, dass der Mittelstand seine Stärken auch ausspielen kann.“

Das geht bei Screwerk so weit, dass z. B. 30 Minuten vor Beginn einer Auftragsfertigung die benötigte Maschine automatisch vorgewärmt und rechtzeitig zum Auftragsbeginn die Beleuchtung am Arbeitsplatz eingeschaltet wird. Statistiken können browserbasiert (also von überall her) tagesaktuell abgerufen werden.

Wenn Alexander Hoffmann über Abläufe und digitale Technik in seinem Unternehmen spricht, merkt man: Er ist mit Leidenschaft bei der Sache und kann sich auch für technische Details begeistern. Und er ist stolz darauf, mit offenen Standards ein System entwickelt zu haben, dass für ihn und sein Geschäftsmodell genau das richtige ist.

Der Unternehmensbesuch bei Screwerk, organisiert durch das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum eStandards, war innerhalb weniger Tage überbucht; sodass nicht alle Anmeldungen berücksichtigt werden konnten. Weitere Unternehmensbesuche sind in Planung. Informieren Sie sich regelmäßig auf unserer Webseite über neue Termine.

BIldquelle: Birgit Andrich / HAGENagentur

Autor: Ulrich Hardt