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Beispiel Textilwirtschaft: mit eStandards auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft

eStandards unterstützen Kreislaufgeschäftsmodell

Digitalisierung und eStandards bieten die technischen Voraussetzungen, um ein Rücknahmesystem innerhalb einer Kreislaufwirtschaft zu schaffen. Das Ziel: die logistischen Strukturen zur erfolgreichen Wiederverwendung eines Produkts (oder seiner Rohstoffe) zu installieren.

Voraussetzung dafür ist eine detaillierte Erfassung und Kommunikation von Produktinformationen zwischen Produktion, Handel und Kunden. In einem Umsetzungsprojekt des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum eStandards mit FOND OF wurde getestet, welche eStandards in welcher Form ein Kreislaufgeschäftsmodell unterstützen.

Der Rückgabeprozess und Möglichkeiten des Einsatzes von eStandards sind vielfältig:

1. Grundvoraussetzung für die Nutzung der eindeutigen Artikelidentifikation ist eine mit dem Produkt fest verbundene GTIN (Global Trade Item Number) möglichst im EAN-13 Barcode, um den Artikel auch im Rückführungs- und Verwertungsprozess zu identifizieren.

2. Bei der Rücksendung durch den Kunden sollten bereits auf dem Online-Formular eine Kennung als gesonderter Artikel sowie die Eingabemöglichkeit der GTIN und des SSCC (Serial Shipping Container Code) als Nummer der Versandeinheit (NVE) vorhanden sein. Diese Informationen können in einem standardisierten Transportetikett, das mit dem Transportdienstleister abgestimmt ist, zusammengefasst werden. Durch die GTIN und eine entsprechende Stammdatenpflege ist es möglich, auch die Materialzusammensetzung im System zu führen.

3. Mit Hilfe dieses Transportetiketts kann vom Händler durch Scannen der GTIN mehrerer Rückgabeartikel auf einfache Weise eine präzise Rückgabeliste erzeugt werden, die der Sendung beigelegt wird. Aus den Informationen kann ebenfalls ein elektronisches Lieferavis (DESADV) für das empfangende Lager und ein elektronischer Transportauftrag (IFTMIN) an den Transportdienstleister im EANCOM©-Nachrichtenformat versendet werden.

4. Im Upcycling Prozess sollten neue Produkte, genauso wie die Originalprodukte, mit GTIN ausgestattet werden, um zukünftig alle Vertriebswege offen zu halten.

Weitere Potenziale erschließen sich, wenn man schon bei der Fertigung der Primärprodukte statt der eindeutigen GTIN die serialisierte GTIN (SGTIN) verwendet. Hierdurch erschließen sich weitere Potenziale in der Prozesskette ab der Fertigung des Primärproduktes:

  • Eindeutige Identifizierbarkeit schützt vor Produktpiraterie.
  • Verbesserte Planung erhöht potenziell die Warenverfügbarkeit; dies ermöglicht Mehrverkauf bei Einsatz von RFID-Technologie, insbesondere wenn eigene Verkaufsflächen bewirtschaftet werden.
  • Eindeutige Produkt-Kundenzuordnung wird möglich, dadurch bekommt das Unternehmen wertvolle Vertriebs-/Marketinginformationen. (Bei Kundenzustimmung oder Produktregistrierung durch Kunden DSGVO-konform).
  • Komplette Artikelhistorie (Lifecycle) bis zur Verbindung zum Upcycleprodukt ist potenziell verfügbar.


Autoren: Patrik Eisenhauer, Niklas Kuhnert

Kontakt:
geschaeftsstelle@kompetenzzentrum-estandards.digital
Tel.: +49 221 94714-505
Fax: +49 221 94714-7505

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