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Pilotprojekt: FOND OF arbeitet an Digital Upcycling für gebrauchte Rucksäcke

Digital Upcycling FOND OF

Nie mehr verstaubte Rucksäcke auf dem Dachboden: Das war Ziel eines Design-Thinking-Workshops beim Pilotunternehmen FOND OF. Zwei Lösungen wurden entwickelt für Produkte, die noch verwendbar sind und solche, die ihr Lebensende erreicht haben.

Pilotunternehmen: FOND OF GmbH, Köln, Hersteller von Rucksäcken und Taschen, www.fondofbags.com

Herausforderung: Wie kann man die Nutzungsdauer von Rucksäcken verlängern oder die verwendeten Rohstoffe erneut nutzen?

Ziel: FOND OF greift speziell auf digitale Lösungen und eStandards zurück, um die Lebenszeit von Rucksäcken oder der genutzten Rohstoffe zu verlängern. Hierzu plant FOND OF die Entwicklung eines Circular Economy (Kreislaufwirtschaft) Geschäftsmodells. Dieses soll dem Kunden einen zusätzlichen Mehrwert bieten und zudem die Kundenbindung und -kommunikation stärken.

Es kommt nicht selten vor, dass Kunden bei FOND OF, bekannt durch Rucksack-Marken wie Ergobag, Satch oder Aevor, anrufen und so oder so ähnlich fragen: „Meine Tochter hatte einen Ergobag für die Grundschule. Der steht jetzt aber schon seit einigen Jahren ungenutzt auf dem Dachboden. Wir brauchen ihn nicht mehr. Haben Sie eine Idee, was wir damit machen können?“ Je nach Zustand empfiehlt der Kundenservice bis dato eine Spende oder die Entsorgung über die Restmülltonne.

Dass da noch mehr geht, hat ein Team von FOND OF (Marketing, Design, Logistik und CR) gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum eStandards und Expertinnen der Organisation Enactus Universität zu Köln in einem Design-Thinking-Workshop erarbeitet. FOND OF gehört zu einem der ersten Pilotunternehmen des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum eStandards. Das Unternehmen will ein neues Geschäftsmodell entwickeln, um ein Leben der Rucksäcke nach dem Gebrauch zu ermöglichen. Den Projektsteckbrief der FOND OF GmbH finden Sie hier

Was bis heute mit gebrauchten Rucksäcken geschieht

Tatsächlich hatte eine Onlineumfrage unter 323 Kunden von FOND OF gezeigt, dass etwa 10 Prozent aller Ergobag-Käufer diese nach der Nutzung verkaufen, weitere 10 Prozent „vererben“ die Rucksäcke an Geschwister oder Kinder von Bekannten, immerhin ein Drittel der Befragten spendete die Rucksäcke zum Beispiel an bedürftige Familien oder Flüchtlinge. Doch bei fast 50 Prozent aller Käufer wird der Schulrucksack am Ende auf dem Dachboden oder im Keller vergessen oder wird direkt im Müll entsorgt.

FOND OF legt bei der Produktion viel Wert auf die Nutzung vorhandener Ressourcen. So werden die Oberstoffe der Schulrucksäcke aus 100 Prozent recycelten PET-Flaschen hergestellt. Schade, wenn die Lebensdauer eines solchen Produktes dann nicht voll ausgeschöpft wird.

„Wir wollen den Leuten zeigen, was sie mit den Rucksäcken nach dem Gebrauch machen können“, sagte Julian Conrads, Nachhaltigkeitsexperte bei FOND OF, im Workshop. Ziel ist es, Kunden zu motivieren, den Rucksäcken eine maximale Nutzungsdauer zu ermöglichen – also keine vorzeitige Entsorgung oder Versauern in der Ecke.

Zwei Modelle für “End of Life” und “End of Use”

Zusammen mit den Nachhaltigkeitsexperten Thomas Wagner und Patrik Eisenhauer des Kompetenzzentrums eStandards hat das Workshop-Team zwei Optionen erarbeitet.

Julian präsentiert am Ende das Modell „Take back“. Idee ist es, dass FOND OF ein Rücknahmesystem für Rucksäcke entwickelt, die kaputt, zerrissen oder sonst irgendwie unbrauchbar das Ende ihres Lebens (End of Life) erreicht haben. Diese Rucksäcke sollen nicht einfach auf dem Müll landen. Julian: „Wir wollen einen ideellen Anreiz schaffen, die Rucksäcke an uns zurückzusenden, um das Material vielleicht noch ein weiteres Mal verwerten zu können. Enactus arbeitet an der Universität zu Köln an Ideen, welche Produkte aus dem Material neu entstehen könnten. Wir können uns zum Beispiel für das Upcycling eine Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe vorstellen.“

Kollege Hannes Weber hat parallel im Workshop mit seinem Team an einem Modell für Rucksäcke gearbeitet, die noch gut in Schuss, aber nicht mehr gebraucht auf dem Dachboden landen (End of Use). Hannes fasst zusammen: „Second Hand bietet riesiges Potenzial und schafft Möglichkeiten für Menschen, die sich keinen neuen Schulranzen oder Rucksack leisten können. Wir wollen aber auch für gebrauchte Rucksäcke eine Mindestqualität sicherstellen. Kunden, die darauf achten, dass beispielsweise Ranzen-Sets beim Wiederverkauf mit Mäppchen und Sporttasche noch vollständig sind, sollen auch einen Mehrwert davon haben.“

Wie diese Anreize für Kunden, die sich am qualifizierten Second-Hand oder Take-Back-System beteiligen, aussehen, soll als nächstes mit dem Management der einzelnen Marken geklärt werden. Außerdem schaut sich das Team den Prozess für zurückgesendete Rucksäcke näher an.

Offen für neue Projekte? Gerne arbeiten wir mit Ihnen auch an Ihrem digitalen Nachhaltigkeitsvorhaben!

So vielfältig wie die Geschäftsfelder sind auch die Pilotprojekte im Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum eStandards. In den Projekten arbeiten wir gemeinsam mit kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) an konkreten digitalen Umsetzungsideen, mit denen auch Sie u.a. positive Effekte in puncto Nachhaltigkeit erzielen können.

Innovative, digitale Lösungen mit elektronischen Standards entwickeln und umsetzen - darum geht es bei den Pilotprojekten des Kompetenzzentrums. Wenn Sie mit und in Ihrem Unternehmen ein solches Projekt - von dem auch andere KMU profitieren können - planen, sprechen Sie mich gerne an. Das Kompetenzzentrum begleitet ihr Digitalisierungsvorhaben kostenlos und anbieterneutral. Gerne stehe ich Ihnen für ein erstes Informationsgespräch zur Verfügung.

Klaus Kaufmann

Umsetzungsprojekte und Standards
Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum eStandards 
c/o GS1 Germany GmbH
Maarweg 133, 50825 Köln
Tel: +49 221 94714-415
kaufmannkompetenzzentrum-estandards.digital

Autor: Tobias Wolff

Kontakt:
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