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Orontec: Auf dem Weg zur intelligenten Fabrik

Mann im blauen Anzug kratzt an Oberfläche

Bei Lacken und Farben ist die Produktqualität mit bloßem Auge sichtbar – kein Autobesitzer würde es beispielsweise akzeptieren, wenn eine nachträglich lackierte Motorhaube sich auch nur minimal vom restlichen Chassis unterscheidet. Die Orontec GmbH & Co. KG in Wuppertal hat für die Qualitätsprüfung eigene Messgeräte entwickelt und nutzt vor allem die damit gewonnenen Daten umfassend.

Orontec wurde 2014 gegründet und beschäftigt 10 Mitarbeitende. Das Unternehmen ist Spezialist für Messtechnik und Automation in der Lack- und Farbindustrie; Kunden sind Rohstoff- und Lackhersteller sowie die Automobilindustrie. Orontec bietet ihnen Mess- und Prüftechnik, Softwarelösungen und technischen Support rund um die Farb- und Lackproduktion, darüber hinaus auch IT-Unterstützung und Consulting. Das Unternehmen will seine Kunden dabei unterstützen, Prozesse zu beherrschen – und dazu braucht man aussagekräftige Daten, die man mit Hilfe von Messtechnik sammelt, Software und KI-Anwendungen, die helfen, diese Daten zu verstehen und Unterstützung bei der aktiven Umsetzung von Veränderungen.

Beim Unternehmertreff der Reihe „Digital ist nicht gleich digital“ des Kompetenzzentrums eStandards stellte Inhaber und Geschäftsführer Ralph Jan Wörheide das Unternehmen im Rahmen einer Betriebsbesichtigung vor und erläuterte sein Konzept der „intelligenten Fabrik“.

Digitalisierung in fünf Schritten

Das Digitalisierungskonzept von Orontec umfasst fünf Schritte:

  1. Auswahl (welcher Teilprozess)
  2. Definieren und Messen (KPI)
  3. Analysieren (Statistik, Data Mining)
  4. Implementieren (Software, auch KI)
  5. Steuern (selbstlernend, Kontrollzyklen)

Der Stand der Dinge bei Orontec

Aktuell arbeitet Orontec mit neuen, zeitsparenden Messverfahren für Farbqualität und Korrosionsbeständigkeit von Lacken. Wesentlicher Punkt dabei ist die Datenerfassung und -auswertung: Erst wenn Abweichungen (= Fehler) statistisch erfasst werden, werden Ursachenforschung und nachfolgend Prozessoptimierung möglich, zum Beispiel bei (Vor-) Lieferanten – wenn auch sie die gewonnenen Daten nutzen können.

„Die wichtigsten Grundvoraussetzungen für erfolgreiche Digitalisierung“, so Wörheide bei seiner Präsentation, „sind die Informationsgewinnung und die daraus resultierende Optimierung von Prozessen. Die Digitalisierung analoger Missstände führt nicht zum Erfolg.“ Er rät außerdem dazu, Digitalisierungsprojekte eher Step-by-step als mit einem vermeintlich „großen Wurf“ anzugehen.

Vernetzung entlang der Supply Chain

Um das Ziel der „intelligenten Fabrik“ zu erreichen, bedarf es natürlich der Vernetzung aller beteiligten Akteure entlang der Supply Chain. Spätestens an dieser Stelle kommen auch Standards ins Spiel, denn proprietäre Systeme erschweren die Vernetzung unter Umständen erheblich. Um aber beispielsweise Künstliche Intelligenz (KI) oder auch „Schwarmintelligenz“ innerhalb einer kollaborativen Kultur zu nutzen, müssen alle Beteiligten alle verfügbaren Daten gleichermaßen auswerten können. Die allein betriebsinterne Auswertung, z. B. durch Data-Mining, reicht nicht aus, um umfassende smarte Prozesse zu gestalten.

 

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Autor: Urlich Hardt

Bildquellen: Teaserbild Nico Piepenstock /  Grafik: Orontec GmbH & Co. KG

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Tel.: +49 221 94714-505
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