Logo Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum eStandards
Wissenswert

Open-Source ist nicht gleich Open-Source

Faktenblatt Open-Source ist nicht gleich Open-Source

Open-Source-Software (auch „offene Software“ oder „freie Software“) nennt man in erster Linie Computerprogramme, die mit ihrem Quelltext zur Verfügung gestellt werden. Dieser kann ohne Probleme von jedem eingesehen und verändert werden.

Ebenso kann die Software in den meisten Fällen kostenlos genutzt werden, ist aber an bestimmte Lizenzvorgaben gebunden. Unter Open-Source fallen auch viele Schnittstellen/Protokolle, die für die digitale Vernetzung als eStandards eine große Rolle spielen.

Eines der ersten Programme, das als Open-Source-Software (OSS) freigegeben wurde, bzw. dessen Quelltext veröffentlicht wurde, war der Netscape Navi-gator. Dieser Schritt legte den Grundstein für das Mozilla-Projekt, aus dem später der Browser Firefox hervorging. Ein sehr aktuelles Beispiel ist hingegen das Kommunika-tionsprotokoll MQTT bzw. die dafür nötigen Broker wie z. B. mosquitto oder HiveMQ.

Doch wir lautet eigentlich die Definition von Open-Source?

Die 1998 gegründete Open- Source-Initiative wendet den Begriff Open-Source auf Programme an, deren Lizenzverträge bestimmten Kernmerkmalen entsprechen und die 10 Punkte der Open-Source-Definition erfüllen. Dies bedeutet auch im übertragenen Sinne für Hardware und eStandards im Allgemeinen:

  • Die Software muss in einer Form vorliegen, die für den Menschen verständlich und lesbar ist. Das bedeutet, dass der Quelltext öffentlich zugänglich sein und in der Regel in einer so genannten „höheren Programmiersprache“ vorliegen muss. Darunter versteht man z. B. C/C++, Java, C#, Python, Ruby oder HTML. Normalerweise muss dieser Quelltext durch einen Compiler in binäre Form gebracht werden, damit das Programm von einem Rechner ausgeführt werden kann. Dieser Binärcode ist für den Menschen im semantischen Sinne jedoch nicht mehr lesbar.
  • Die Software darf beliebig genutzt, verbreitet und kopiert werden. Open-Source-Software unterliegt keiner Nutzungsbeschränkung. Sie hat keine Limitierung hinsichtlich der Nutzer, Installationen oder Vervielfältigungen. Insbesondere letzteres ist auch nicht mit einer Zahlung an den Lizenzgeber verbunden. Es wird typischerweise nur die Weitergabe des Quelltextes gefordert, d. h. bei Weiterverbreitung muss auf den Quellcode verwiesen werden bzw. bei Veränderung der Software muss der veränderte Quelltext veröffentlicht werden.
  • Die Software darf in jeglicher Hinsicht verändert und auch in veränderter Form weitergegeben werden. Durch den offengelegten Quelltext ist die Veränderung ohne großen Aufwand möglich und kann, ohne Lizenzgebühren an den ursprünglichen Urheber zahlen zu müssen, weitergegeben werden.
  • Die Lizenz darf keine Personen, Gruppen, andere Software oder Unternehmensbereiche ausschließen. Die Lizenz darf ebenfalls nicht bestimmen, dass andere Software, die auf demselben Medium ausgeliefert wird, auch Open-Source sein muss oder beschränken, dass die Software z. B. nicht für bestimmte Forschungsbereiche verwendet werden darf.

Und warum nun Open-Source nicht gleich Open-Source ist, erfahren Sie in unserem neuen Faktenblatt.

Weitere Faktenblätter, Erfolgsgeschichten und Praxiswissen rund um die Digitalisierung von Geschäftsprozessen mit Standards finden Sie unter Materialien.

Kontakt:
geschaeftsstelle@kompetenzzentrum-estandards.digital
Tel.: +49 221 94714-505
Fax: +49 221 94714-7505

Logo Mittelstand Digital Logo BMWi