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Mittelständler aus dem Ruhrgebiet informieren sich über Digitalisierung

Unternehmerreise HMI: 80 Mittelständler vor Bussen

Fast 80 mittelständische Unternehmen aus dem Ruhrgebiet besuchten am 1. April gemeinsam die Hannover Messe Industrie. Diese Unternehmerreise war vom Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum eStandards in Kooperation mit dem Innovationsnetzwerk In|Die RegionRuhr organisiert worden.

Aus dem riesigen Informationsangebot der weltweit größten Industriemesse hatten die Organisatoren im Vorfeld gezielt Besuche bei Ausstellern verabredet, deren Angebote für mittelständische Produktionsbetriebe von Interesse sind. Für die Teilnehmer gab es exklusive Kurzvorträge und Demonstrationen.

Station 1: Roboter mit 3D-Kamerasystem

Ein wichtiger Schritt zur Nutzung künstlicher Intelligenz (KI): Durch das Kamerasystem ist der Roboter in der Lage, Sortier- oder Kommissionierarbeiten auszuführen – er „erkennt“ zu bewegende Teile, auch wenn sie unsortiert gelagert sind, nimmt sie immer im richtigen Winkel auf und transportiert sie an freie Plätze. Der Roboter ist kollaborativ, d. h. Menschen können sich gefahrlos in seiner Nähe aufhalten, denn bei der geringsten Berührung stellt er sofort die Bewegung ein.

Station 2: Lernender Roboter zur Qualitätskontrolle

Auch hier spielt künstliche Intelligenz eine wesentliche Rolle. Der Roboter hält das zu kontrollierende Produkt vor eine Kamera und ist in der Lage, es anhand vorgegebener Merkmale zu klassifizieren und entsprechend zu positionieren. Im gezeigten Beispiel unterschied der Roboter zwei unterschiedliche Getränkedosen.

Station 3: Drahtlose Datenübertragung mit 2,4 GHz in Ergänzung zum WLAN

Ein führender schwedischer Hersteller demonstrierte Datenübertragungssysteme für Umgebungen, die häufig Störsignalen ausgesetzt sind und in denen so trotzdem auf Kabelverbindungen verzichtet werden kann.

Station 4: Machine-Learning für das IoT

Ein weiterer Aussteller aus Schweden demonstrierte eine Softwarelösung, die insbesondere bei vorausschauender Wartung (Predictive Maintenance) zum Einsatz kommt, weil sie frühzeitig Ablauf-Anomalien erkennt. Darüber hinaus lassen sich damit auch „Was-wäre-wenn“-Szenarios simulieren.

Station 5: Die nächste Generation Ethernet

Ein weltweit aktiver Anbieter zeigte die Informationsübertragung in Echtzeit über den Offenen Standard Ethernet. Damit können unterschiedliche Anwendungen parallel über nur ein Kabel mit einer 1 Gbit-Datenrate gesteuert werden. Das Unternehmen engagiert sich außerdem für die OPC-UA als Standard für die Maschinenkommunikation.

Station 6: Der Expertentalk

Nach dem geführten Messerundgang hatten die Teilnehmer noch ausreichend Zeit für eigene Erkundungen, bevor sie nachmittags auf dem Gemeinschaftsstand „Fabrikautomation NRW“ wieder zusammentrafen. Hier moderierte Erich Behrendt vom Kompetenzzentrum eStandards einen hochkarätigen Expertentalk zum Thema „Valide, schnell und sicher - Die aktuellen Standards für Industrie 4.0"“, in dem die aktuellsten Entwicklungen der Blockchain-Technologie live demonstriert und anschließend diskutiert wurden. Gesprächspartner waren Hannes Bauer, Internetpionier, Gründer der ersten Suchmaschine in Deutschland und Geschäftsführer der Orbiter Blockchain Community, Lars Nagel, Managing Director der Industrial Data Space Association, Berlin und Oliver Rockstroh, Netzwerkspezialist der Westermo Data Communications GmbH, Waghäusel.

„Aktuelle Informationen sind das A und O für den Mittelstand“, sagt der Hagener Projektverantwortliche Jörg Siegmann, „Im Vergleich zum letzten Jahr konnten wir rund 30% mehr Teilnehmer begrüßen – das spricht eigentlich für sich.“

Autor Ulrich Hardt

Bildquelle: Ulrich Hardt, Nico Piepenstock