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8 x digitale Assistenzsysteme

Maschinenrelevantes Wissen an jedem Ort verfügbar

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Digitale Woche Dortmund" beteiligte sich die Mobile Offene Werkstatt des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums eStandards am 4. November an einer Online-Demonstration der Gesellschaft für Bildung und Beruf e. V. zum Einsatz digitaler Assistenzsysteme in der betrieblichen Praxis. Mehr als 70 Interessierte verfolgten online die acht Systempräsentationen.

Online-Demo zum aktuellen Stand von Technik & Einsatzmöglichkeiten im Rahmen der „Digitalen Woche Dortmund“

Produktivität und Qualität

Jens Harig, CEO der Picavi GmbH in Herzogenrath, berichtete vom Einsatz einer Google-Glass-Brille und des Datenhandschuhs „ProGlove“ beim Logistikdienstleister Schenker. In der Intralogistik seien durch den Einsatz beider Hardware-Komponenten Produktionssteigerungen zwischen 10 und 30 Prozent möglich. Die Informationen zur Kommissionierung werden per WLAN aus dem ERP-System oder per USB-Stick an die Brille übertragen. Das System erfasst auch anonymisierte Bewegungsdaten (Ergonomie, Wegstrecken) und Zeitaufwände, die für die Prozessoptimierung ausgewertet werden können.

Aus dem Kompetenzzentrum Magdeburg war Olaf Poenicke online zugeschaltet. Er demonstrierte live den Einsatz eines Kontrollsystems für manuelle Picks unter Einsatz einer Handgelenksmanschette, in die ein Modul mit RFID- und Funkschnittstelle eingearbeitet ist. Damit wird die korrekte Ausführung von Montageschritten sichergestellt.

 

Wissen managen

Die Oculavis GmbH in Aachen ist ein Fraunhofer Spin-off. Geschäftsführer Martin Plutz stellte eine Augmented-Reality-Anwendung zur Fernwartung von Maschinen und Anlagen vor. Wegen der bis dato mangelnden Marktdurchdringung von AR-Brillen setzt Oculavis auf den Einsatz von Tablets und Smartphones. „Fernwartung macht maschinenrelevantes Wissen an jedem Ort verfügbar“, so Martin Plutz. Dies reduziere die negativen Auswirkungen des Fachkräftemangels und die bei Maschinenausfällen unvermeidliche Hektik und spare zudem Reisekosten.

Ein weiteres Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum wurde aus Cottbus zugeschaltet. Marlon Lehmann präsentierte einen mit sieben Sensoren ausgestatteten Datenhandschuh. Dieser ist allerdings nicht zur Steuerung von Prozessen oder zur Qualitätskontrolle gedacht, sondern dazu, implizites Wissen von erfahrenen Mitarbeitenden zu sammeln, auszuwerten und für praxisgerechte Arbeitsanweisungen zu nutzen. Der Handschuh zeichnet Bewegungsabläufe auf, die anschließend unter Einsatz von Machine Learning klassifiziert werden.

 

Innovationen für Inklusion

Campus Mensch ist eine ideelle Gemeinschaft sozialer Unternehmen in der Region Stuttgart mit 1.700 Mitarbeitenden, davon 700 mit Behinderungen. Eins davon ist Femos, bei der Veranstaltung vertreten durch die Projektkoordinatorin Maren Plehn. Femos hat für Menschen mit kognitiven oder körperlichen Einschränkungen einen virtuellen Assistenten zum Einsatz auf Tabletcomputern entwickelt. Mit Lehr- und Lernvideos, einem Chatbot, Gamification-Anwendungen und einem Belohnungssystem werden die Nutzer motiviert, neue Arbeitsschritte und/oder Bewegungsabläufe zu erlernen.

Der Veranstalter, die GBB Gesellschaft für Bildung und Beruf e. V. entwickelt aktuell eine App zur Nutzung „regionaler Community-Software“. Kai Sendelbach stellte den Prototyp vor und erläuterte die Ziele: In Zusammenarbeit mit Jobcentern und Wirtschaftsförderungen soll die App Menschen mit kognitiven Einschränkungen dabei unterstützen, weitgehend selbstständig Aktivitäten zur Integration in den 1. Arbeitsmarkt zu ergreifen. Die App informiert  zum Beispiel mit Videos in leichter Sprache zu Job-Angeboten, ermöglicht eine Bewerbung direkt per Telefon oder Video aus der App und zeigt per Routenplaner den Weg zur Arbeitsstelle.

Ebenfalls als Erleichterung für Menschen mit kognitiven Einschränkungen ist ein Arbeitstisch gedacht, den Jörg Bäumer von den Recklinghäuser Werkstätten vorstellte. Dieser ist nicht nur zweidimensional an die jeweilige Aufgabe und den/die Ausführende(n) anpassbar, sondern gleichzeitig ein Großmonitor (mit entsprechend robuster Oberfläche), auf dem die Arbeitsanweisungen direkt hör- und sichtbar sind. Damit eignet sich das Objekt außerdem sehr gut für Schulungsmaßnahmen.

 

Standards sind wichtig für den Mittelstand

In der letzten Präsentation des Tages erläuterten Bo Bäckström und Ansgar Rahmacher vom Kompetenzzentrum eStandards anhand zweier AR-Brillen die Bedeutung offener, freier Schnittstellen für die Nutzung digitaler Assistenzsysteme und weitere Digitalisierungsthemen im Mittelstand.

 

Copyright: Oculavis GmbH

Kontakt:
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